Niederzier: Im AWO-Seniorenheim werden Alpakas als Therapietiere eingesetzt

Niederzier: Im AWO-Seniorenheim werden Alpakas als Therapietiere eingesetzt

Tommy erobert die Herzen der Menschen im Sturm. Mit seinen schwarzen Kulleraugen, dem weichen Fell und seiner Zutraulichkeit ist Tommy ganz schnell der Liebling im Wohnbereich eins des AWO-Seniorenzentrums im Niederzierer Ortsteil Huchem-Stammeln. Tommy ist einer von drei Alpakahengsten, die seit gut zwei Wochen als Therapietiere eingesetzt werden.

Am Freitag haben er und seine beiden „Kollegen“ Manni und Jürgen zum ersten Mal Kontakt zu den alten Menschen gehabt. Die Tiere sollen Freude in den Alltag der Menschen im Seniorenheim bringen, sie lassen sich streicheln, knuddeln und füttern. „Und sie spüren, wenn es den Menschen einmal nicht so gut geht“, sagt Thomas Kruth. Kruth arbeitet als Haustechniker in Huchem-Stammeln, er ist einer von drei Mitarbeitern, die sich eigens ausbilden haben lassen, um die Alpakas zu betreuen und mit ihnen die Senioren in ihren Wohnbereichen zu besuchen. „Drei Tage hat das Seminar gedauert“, erzählt Kruth. „Und wir haben unter anderem gelernt, wie die Tiere gepflegt werden müssen und was sie fressen.“

Der Haustechniker ist überzeugt, dass die drei Alpakas Ruhe in das Seniorenheim und zu den Menschen bringen können. „Und sie helfen auch beim Stressabbau. Wenn wir mit den Tieren in die Wohnbereiche kommen, ist die Freude bei den Leuten sehr groß. Und das ist doch das Wichtigste.“ Tommy, Manni und Jürgen sind neun Monate alt, die drei sind quasi noch in der Ausbildung. Am Freitag haben sie Treppensteigen und Aufzugfahren geübt, sie müssen schließlich auch zu den Bewohnern kommen, die nicht mehr mobil sind. „Es ist wichtig“, ergänzt Gabi Ladenthin, die mit Manni arbeitet, „dass die Tiere noch geduldiger werden. Ich merke, dass sie jetzt ziemlich angestrengt sind. Daran müssen wir noch arbeiten.“

Im Augenblick beschäftigen sich Thomas Kruth, Gabi Ladenthin und Jürgen Engelbert jeden Tag zwei Stunden mit den Alpakas, dazu gehören aber auch Fellpflege, Füttern und Ausmisten. Kruth: „Etwa eine halbe Stunde gehen wir zu den Bewohnern, aber das soll natürlich noch mehr werden.“ Alpakas eignen sich nicht nur wegen ihrer Geduld und Lernfähigkeit besonders gut als Therapietiere. „Die meisten Leute kennen diese Tiere nicht“, sagt Dorothee Sylwestrzak. „Und deswegen haben sie kaum Angst vor ihnen. Das ist bei Hunden und Katzen oft anders. Außerdem lösen Alpakas normalerweise keine Allergien aus.“

Menschen mit Demenz, so Sylwestrzak weiter, könnten die Tiere ganz neue , sehr angenehme Sinneserfahrungen bringen. Edgar Göbel ist von seinen neuen Mitbewohnern — immerhin leben Tommy, Manni und Jürgen in einem Gehege auf dem Altenheim-Gelände - begeistert. „So etwas hat nicht jeder“, sagt er. „Das sind ganz tolle Tiere. ich denke, wir werden Spaß mit den Alpakas haben.“ Auch Bewohnerin Hanna Schroiff geht ohne Scheu auf die Tommy, Jürgen und Manni zu, die auf einer Ranch aufgewachsen sind, die sich auf die Zucht von Therapietieren spezialisiert hat. Die alte Dame gibt Tommy Futter und strahlt: „Schön. Das sind richtig knuddelige Tiere“. Tommy hat auch ihr Herz im Sturm erobert.

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