Im alten Düren war der Kaiserplatz viel kleiner

Der Viehmarkt bis 1889 : Im alten Düren war der Platz viel kleiner

Der heutige Kaiserplatz hatte vor dem Bombenangriff alliierter Luftkräfte auf Düren am 16. November 1944, der die Innenstadt fast komplett zerstörte, ein völlig anderes Aussehen. Er war bei weitem nicht so groß wie heute, denn auf dem heutigen Rathausvorplatz befand sich noch eine komplette Häuserzeile.

Insofern war der Platz mehr eine ziemlich breite Straße. Namensgeber war eine vom Bildhauer Joseph Uphues entworfene Statue von Kaiser Wilhelm I. Sie stand an der Seite zur Wilhelmstraße, wie der Lokalhistoriker Herbert Reiter erklärt. Bis zum 7. Mai 1889 hieß der Platz Viehmarkt, daran erinnerte am Dienstag Bürgermeister Paul Larue beim Umbau-Spatenstich.

Die Bronzefigur des Kaisers, die im März 1891 enthüllt wurde, hatte eine Höhe von 2,80 Metern. Zu ihren Füßen befanden sich symbolhafte Darstellungen von Krieg und Frieden. Der gesamte Bereich war umzäunt. Innerhalb dieser Fläche war eine Steinplatte in den Boden eingelassen, die diese Inschrift trug: „An dieser Stelle stand vom Jahre 1642 bis 1844 die Kirche der reformierten Gemeinde von Düren“.

Was nach dem Bombenangriff mit der Statue geschah, ist nicht genau überliefert. Das Denkmal war laut Herbert Reiter wohl beschädigt, aber nicht zerstört, weil der Standort nicht von Bomben getroffen worden sei. Nach dem Angriff ist die Bronzeplastik mutmaßlich auf der Metallsammelstelle gelandet...

Auf dem Kaiserplatz war bis November 1944 das Hoesch-Haus zu finden. Das Gebäude wurde ab 1912 als Landratsamt genutzt.

(vpu)
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