Düren: Idealer Taxistand oder Stauverursacher auf der Aachener Straße?

Düren : Idealer Taxistand oder Stauverursacher auf der Aachener Straße?

Neben den neuen Fahrgeschäften auf dem Kirmesplatz gibt es auch auf der angrenzenden Aachener Straße in diesem Jahr Neuerungen: Die Stadt Düren hat den Taxistand von der Elberfelder und der Cannstatter Straße auf beide Fahrtrichtungen der Aachener Straße verlegt und dort auch den Fußgängerweg zwischen Rurstraße und Rurtalbahn verbreitert und mit Absperrbaken gesichert.

Die Verengung auf jeweils eine Fahrspur hat zur Folge, dass sich zu Stoßzeiten Staus und stockender Verkehr auf der Aachener Straße bilden. Das gilt insbesondere für den morgendlichen Berufsverkehr, wenn die Kirmes noch gar nicht geöffnet hat und die Taxispur leer bleibt. Und auch nach Feierabend, wenn sich die Zahl der Taxis ebenfalls noch in überschaubaren Grenzen hält, staut sich der Verkehr.

Unveränderte Ampelschaltungen

Manche Autofahrer, darunter unser Leser Klaus Schurz, haben sich auch über die Ampelschaltungen gewundert. Denn an der Kreuzung der Aachener Straße mit der Rur- und der Elberfelder Straße steht das Signal in diesen Tagen genauso lange auf Rot, auch wenn aus der Rur-straße gar keine Fahrzeuge kommen können und aus der Elberfelder Straße allenfalls Anliefer- und Anliegerverkehr rollt.

Wirklich zufrieden ist die Stadt Düren mit der momentanen Situation nicht, wie Heiner Wingels, der Leiter des Tiefbauamtes auf Nachfrage unserer Zeitung sagte. Am bisherigen Prozedere habe man aber aus Sicherheitsgründen auch nicht festhalten können. Die Polizei hatte nämlich Alternativen zur bisherigen Regelung mit den Taxis an der Elberfelder Straße gefordert, weil es unter anderem zwischen den sich dort knubbelnden Fußgängern und den Taxifahrern zu Reibereien gekommen war.

Ein weiterer Grund war die für Taxis freie Zufahrt auf die Cannstatter Straße über den Ruruferweg. „Das hat dafür gesorgt, dass auch immer wieder andere Wagen dort hineinfuhren“, erklärte Wingels. Und angesichts der Terrorgefahr in der Welt wollte man keinen fließenden Verkehr mehr auf dem Platz haben. Nach Ansicht der Polizei konnte es durch Taxis und Autos auch zu Engstellen kommen, die für den Rettungsdienst hinderlich sein könnten.

Kurzum: Die Taxis mussten umziehen. „Wir hatten auch schon die Rurstraße ins Spiel gebracht, aber die Taxi-Innung wollte näher an den Platz“, erklärt Wingels, dem aber auch aufgefallen ist, dass sich die Taxis dort nicht unbedingt tummeln und der deswegen den Mehrwert der aktuellen Lösung infrage stellt. Dass die Ampelschaltung nicht verändert wurde, ist laut Wingels den Fußgängern geschuldet, die die Aachener Straße ja trotzdem sicher überqueren müssen.

Aus Sicht der Taxifahrer spricht Guido Antons vom gleichnamigen Dürener Taxiunternehmen mit Blick auf die Aachener Straße von „einer sehr guten Regelung“. Nur bei der Beschilderung müsse noch nachgesteuert werden, erklärt der Geschäftsführer. Die ursprünglich von der Stadt angedachte Verlegung der Taxistände auf die Rurstraße sei aus Sicht der Unternehmen keine Alternative. Die Taxis stünden viel zu weit weg, würden vom Kirmesbesucher nicht direkt wahrgenommen und müssten jedes Mal aufwendig wenden, da die Rurstraße zur Aachener Straße hin gesperrt ist, erklärt Antons.

Und weil die Taxis dann immer Umwege über die Goethe- oder Tivolistraße fahren müssten, entstünden zudem höhere Kosten für die Fahrgäste. Antons weist aber auch noch auf einen weiteren Aspekt hin. Für Fahrer und Fahrgäste sei das Warten an der Aachener Straße viel sicherer als an der schlecht beleuchteten Rurstraße, zumal sie direkt am Annakirmesplatz auch noch im „schützenden Blick der Ordnungskräfte“ wären. „Deshalb haben wir uns im Vorfeld der Annakirmes auch in einem gemeinsamen Schreiben aller großen Dürener Taxibetreiber für die Lösung Aachener Straße starkgemacht, an der wir auch festhalten möchten“, betont Antons.

„Wir werden uns nach der Annakirmes wieder mit allen sicherheitsrelevanten Stellen zusammensetzen und nach weiteren Lösungen für das kommende Jahr suchen“, kündigt Wingels an. Mit Blick auf die Sicherheit sieht die Polizei derweil bei der derzeitigen Lösung aktuell keine Probleme. „Wir hatten bislang im Bereich der Taxistände keine Zwischenfälle, vom stockenden Berufsverkehr einmal abgesehen“, erklärt Polizeisprecherin Ingrid Königs. Ein endgültiges Fazit aber wolle die Polizei erst nach den Erfahrungen der gesamten Kirmeswoche ziehen.

Das Problem: Der Kirmesplatz und sein Haupteingang liegen nun mal an einer der Hauptverkehrsadern der Stadt — das wird ein neuralgischer Punkt bleiben. Die wieder freigegebene Renkerstraße als weitere Möglichkeit, auf die andere Seite der Rur zu kommen, sollte auf jeden Fall schon einmal für eine Entlastung auf der Aachener Straße sorgen.

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