Hunderte strömen zum Kinderkulturfest in Dürens Willy-Brandt-Park

Kinderkulturfest : Spiel, Spaß und ein lebendiges Netzwerk

Sich kennenlernen, spielen, tanzen und singen – dies alles stand im Mittelpunkt des Kinderkulturfestes im Willy-Brandt-Park am Samstag. Es kann in mehrfacher Hinsicht als Familienfest verstanden werden, denn viele Teilnehmer kennen sich schon seit Jahrzehnten.

So wundert es nicht, dass wieder Hunderte in den Park pilgerten, um die nahezu 100 verschiedenen Angebote auszuprobieren. Langeweile kam bei den Kleinen zu keiner Sekunde auf. Diesmal war allerdings auch Geduld gefragt, denn der Andrang war an manchen Stellen so groß, dass man warten musste, bis man an der Reihe war. Wie viele Besucher letztlich wirklich in den Willy-Brandt-Park kamen, kann man nur vorsichtig schätzen: Die Veranstalter gehen von etwa 4000 Menschen aus.

Von Anfang an wird es von Sabine Wagner vom Spielpädagogischen Dienst des Jugendamtes Düren organisiert. „Viele sehe ich seit vielen Jahren immer wieder: erst im Kindergarten, dann mit der Schule, als Zuschauer des Bühnenprogramms und schließlich als Großeltern“, schildert sie. So ist das Kinderkulturfest zu dem geworden, was man am Samstag beobachten konnte.

Neu war vor allem das Müllkonzept, denn diesmal hat man sich besonders viele Gedanken darüber gemacht, wie viel in die Müllsäcke und -eimer gelangt. Um die Menge Müll zu verringern, wurde auf vieles verzichtet, was auf manchem Kindergeburtstag üblich ist: Luftballons und Plastikgeschirr zum Beispiel. Essen, das insgesamt 16 Einrichtungen anboten, wurde auf Pappteller gereicht. Mit Erfolg, „ein erster Schritt ist getan“, wie Sabine Wagner nach dem Fest berichtete.

Am Stand des Hilfswerks Unicef konnten die Kinder Jutebeutel bunt bemalen. Foto: Patrick Nowicki

Auf und vor der Bühne war nach der offiziellen Eröffnung des Dürener Bürgermeisters Paul Larue (CDU) jede Menge los. Traditionell tummelten sich dort anfangs jede Menge junge Trompeter zum Bläserklassentreffen. Anschließend wurde getanzt und gesungen, was Beine und Stimmbänder hergaben. Kinder, die nicht nur zuschauen wollten, konnten an vielen Stellen selbst aktiv werden. Barfuß ging es durch den Sinnesgarten, dessen unterschiedliche Böden man so intensiver spüren konnte. Kinder bemalten Tüten des Jugendamtes, in die die Begrüßungsgeschenke für Neugeborene gesteckt werden. Die Kleinen ließen ihre Kreativität bei der Gestaltung von Traumfängern, Stressbällen, Windspielen und Spinnern freien Lauf.

Sportliche Kinder kamen natürlich auch auf ihre Kosten: Die Offene Jugendarbeit ließ die Kleinen auf Kisten klettern, es wurde Fußball gespielt, der heiße Draht getestet und vieles mehr. Selbst ein ruhiger Bereich wurde eingerichtet, denn nicht alle Kinder wollten sich in die Menge stürzen.

Zahlreiche Organisationen beteiligten sich am Kinderkulturfest im Willy-Brandt-Park, zu dem Tausende Kinder und deren Begleiter strömten. Foto: Patrick Nowicki

Im Mittelpunkt stand nicht nur der Spielspaß, sondern auch das Miteinander. Mit dem Kinderkulturfest ist ein Netzwerk unterschiedlicher Institutionen entstanden. In einem Fall kam es zur Kooperation eines Handballvereins mit einer Grundschule – die Stände beim Kulturfest lagen direkt nebeneinander. „Wir müssen die Einrichtungen eigentlich nicht mehr gesondert anschreiben, denn viele melden sich schon vorher, dass sie gerne wieder dabei sind“, berichtet Carina Salentin, Abteilungsleiterin des Sozialpädagogischen Dienstes des Jugendamts. Ohne finanzielle Hilfe lässt sich das Fest allerdings nicht auf die Beine stellen. Die Bürgerstiftung Düren, die Sparkasse und die Stadtwerke Düren unterstützten das bunte Fest.

Heute beginnen die Vorbereitungen für das Kinderkulturfest im kommenden Jahr: „Wir reflektieren immer, was wir besser machen können“, sagt Sabine Wagner. Die konkreten Planungen allerdings beginnen erst deutlich später. Auf das Wiedersehen auf dem Willy-Brandt-Platz freuen sich dann nicht nur die Kinder.

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