Hunderte nehmen an Interkultureller Woche in Düren teil

Interkulturelle Woche : Eine „Abraham-Karawane“ zieht durch Düren

Für Miteinander und Religionen: Im Rahmen der Interkulturellen Woche ist am Freitag eine „Abraham-Karawane“ durch Düren gezogen. Mehr als 300 Menschen haben sich an der Aktion beteiligt.

Er ist ein Kunstobjekt, das seit fünf Jahren in Düren gezeigt wird. Er ist Kreisrund und besteht komplett aus Cortenstahl. In seiner Mitte umrahmen die Symbole der drei Weltreligionen Christentum, Islam und Judentum die Silhouette eines Engels. Der „Engel der Kulturen“, gefertigt von dem Burscheider Künstlerpaar Gregor Merten und Carmen Dietrich, steht als Symbol für die Verständigung zwischen den Religionen seit 2014 auf dem Rudolf-Schock-Platz vor dem Haus der Stadt. Am Freitag wurde er jedoch in vielen kleineren Nachbildungen durch Düren getragen.

Er ging gewissermaßen voraus als die sogenannte „Abraham-Karawane“ – angelehnt an den Vater der drei monothestischen Religionen –  durch die Innenstadt zog. Von der Ditib-Moschee aus setzte sich eine bunt gemischte Gruppe unter anderem mit Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften, Schülern und Kindergartenkindern in Bewegung. Der gemeinsame Gang, organisiert vom Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt, war eine Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche.

Bundesweite Aktionswoche

Diese bundeweite Aktionswoche findet bereits seit 1975 regelmäßig statt und mittlerweile beteiligen sich, nach Angaben der Veranstalter, mehr als 500 Städte und Gemeinden mit rund 5000 Veranstaltungen. Auch in Düren haben seit dem 21. September zahlreiche Aktionen unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ stattgefunden. Dazu gehören zum Beispiel Ausstellungen, Vorträge und gemeinsame Feste.

Verschiedene Stationen

Die „Abraham-Karawane“ machte an verschiedenen Stationen halt, an denen Religionsvertreter Friedensgebete vortrugen sowie Musik und Tanz dargeboten wurden. Von der Ditib-Moschee ging es zum stationären „Engel der Kulturen“ vor dem Haus der Stadt. Weiter zog die Karawane zur Stele an der Schützenstraße, um an die Zerstörung der ehemaligen Synagoge zu erinnern. Vor dem Bürgerbüro, wo sich die Gruppe mit den Teilnehmern des gleichzeitig stattfindenden „Jugendkulturtag“ vermischte, sprach unter anderem die stellvertretende Bürgermeisterin Liesel Koschorreck (SPD).

Die Abschlussveranstaltung des Zuges durch die Dürener Innenstadt  fand dann in der Annakirche statt. Bis zu dieser letzten Station hatten sich immer mehr Menschen der Karawane angeschlossen. Die Veranstalter schätzen, dass insgesamt mehr als 300 Teilnehmer mitgemacht haben. Gemeinsam legten die Vertreter der Religionsgemeinschaften in der Annakirche einen mitgebrachten „Engel der Kulturen“ nieder und füllten ihn mit speziellem Quarzsand. Nach dem die Schablone entfernt wurde, entstand also ein Engel aus Sand auf dem Boden des Gotteshauses.

Walter Mörsch aus Langerwehe, Mitglied beim Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt, war sehr zufrieden mit der regen Beteiligung. „Es gibt eigentlich keinen Grund warum gerade diese drei Religionen verfeindet sind“, sagt er. „Und wenn man zumindest ein kleines Zeichen setzen kann, ist das jeden Aufwand wert.“

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