Hunderte Jugendliche bei Nacht der Jugendkultur in Düren

Nacht der Jugendkultur : Brennende Fackeln und kunstvolle Graffitis

Die vierte „Nacht der Jugendkultur“ hat Hunderte Jugendliche in die Dürener Innenstadt gelockt. Die Veranstaltung fand zum ersten Mal auf dem Marktplatz statt. Es gab viel zu entdecken.

Die Zeichnung fing ganz einfach an. Der Umriss einer Erdbeere wurde mit schwarzen Linien angedeutet. Dann kam Farbe ins Spiel. Graffiti-Künstler Stephan Schlepütz, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Lonar973“, griff unter den interessierten Augen einiger Jugendlicher zur blauen Sprühdose. Einmal kräftig geschüttelt und der Hintergrund wurde gleichmäßig aufgetragen. Noch etwas kräftiges Rot für die Erdbeere und fertig war das Kunstwerk.

Die jungen Leute, die am Freitagabend zum Stand des Künstlers kamen, konnten aber nicht nur zusehen. Das neue Jugendcafé, das in der Dürener Innenstadt entsteht, war auf der Suche nach einem Wandmotiv. Die Jugendlichen konnten, mit der Hilfe des Experten, eigene Entwürfe anfertigen und diese als Vorschläge einreichen. Der Gewinner des Wettbewerbs soll schon bald das neue Café schmücken.

Die Kunst-Aktion war Teil des vierten „Jugendkulturtags“ der Stadt Düren. Wegen der Bauarbeiten am Kaiserplatz fand die Veranstaltung erstmals auf dem Marktplatz statt, wo neben einer Bühne auch mobile Skateelemente und verschiedene Stände aufgebaut waren. Der „Jugendkulturtag“ ist Teil der landesweiten Aktion „Nacht der Jugendkultur“, bei der inzwischen mehr als  80 Städte mitmachen. Neben den Organisatoren des Jugendcafés waren die mobile Jugendarbeit, das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ und das Jugendamt beteiligt.

Nur unweit von Graffiti-Künstler „Lonar973“ entfernt, wurde ein actionreicher Zeitvertreib geboten. Zirkuspädagoge Benjamin Bothe zeigte in seinem Workshop, wie man mit brennenden Fackeln jongliert oder Feuer spuckt. Die 17-jährige Mandy Brendel konnte bereits jonglieren, hatte aber Respekt vor den brennenden Stäben. „Wir hatten im Jugendtreff eine Zirkuspädagogin, von der ich Jonglieren gelernt habe“, erzählte sie. Auch mit Kegeln funktioniere es schon ganz gut, aber, wenn Feuer im Spiel sei, trage sie zur Sicherheit lieber Handschuhe. Sobald Bothe die ersten Fackeln anzündete, fanden sich viele Schaulustige und auch einige mutige Kandidaten. „Eigentlich kann nichts passieren“, erklärte ihnen der Zirkuspädagoge. „Denn sobald man versehentlich das falsche Ende fängt, lässt man sowieso sofort wieder los.“ Und noch etwas verriet er: Jonglieren hilft beim Vokabeln lernen. Und zwar, weil die rechte und die linke Gehirnhälfte beim Jonglieren trainiert werden, besser miteinander zu kommunizieren. Und das hilft beim Lernen.

Musik und Tanz

Gegen Abend wurde außerdem ein breites musikalisches und tänzerisches Programm angeboten. Die Bandbreite ging von Punkrock über HipHop und Deutschrap. Während die neue Lokalität gut ankam, musste ein traditionelles Event leider ausfallen: Das Treppenrennen ins oberste Stockwerk des Rathauses. Vielleicht bietet sich im nächsten Jahr dann wieder die Möglichkeit, die bisherige Bestzeit von 32 Sekunden zu schlagen.

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