Pferdetourismus: Reiter durch die Natur und in die Cafés führen

Pferdetourismus : Reiter durch die Natur und in die Cafés führen

In der Eifelgemeinde gibt es bekanntlich viele Reiterhöfe und Pferde, an den Wochenenden zieht es etliche Pferdefreunde mit ihren Anhängern in die schöne Natur. Nur: Ausgeschilderte Wege für Reiter gibt es bislang keine, was dazu führt, dass auswärtige Pferdefreunde teilweise etwas planlos im Gemeindegebiet unterwegs sind.

Und als Tourismusfaktor werden die Möglichkeiten des Reitsportes bislang auch nicht ausgeschöpft. Zu diesem Entschluss ist Ann-Kathrin Kluß, selbst Reiterin, im Rahmen eines Ausbildungsprojektes im Rathaus gekommen. Ihre gemeinsam mit der Verwaltung entwickelte Idee: Wenn es ausgeschilderte Routen für Wanderer und Fahrradfahrer gibt, dann sollte es auch solche für Reiter geben. Der Verein Rureifel Tourismus unterstützt die Idee und das Projekt war geboren.

Das Ziel: Drei Reitrouten für die Gemeinde entwickeln. Dabei sollten Parkmöglichkeiten für Pferdeanhänger ebenso einbezogen werden wie die Gastronomie, die dann natürlich etwa Möglichkeiten zum Anbinden der Pferde schaffen sollte.

Vorbildcharakter?

Jetzt hat Ann-Kathrin Kluß ihre Arbeit der Hürtgenwalder Politik vorgestellt, die das Reitwegekonzept nun zur professionellen Ausarbeitung in die Hände des Rureifel Tourismus gegeben hat. Und dessen Geschäftsführer Gotthard Kirch hat schon angeregt, dass diese Idee auch auf die anderen Rureifel-Kommunen Kreuzau, Nideggen und Heimbach ausgeweitet werden könnte.

Ausführliche Vorarbeit hat Ann-Kathrin Kluß bereits geleistet, auch wenn es noch Details zu klären gibt. Drei Routen sollen zunächst für Reiter markiert werden, dabei sollen vorhandene Wege genutzt werden, es handelt sich nicht um speziell angelegt Reitwege. Eine kleine Runde (sieben Kilometer, eine Stunde, leicht) soll von Gey in den Hürtgenwald führen. Die zweite Route, die sogenannte Biber-Route, liegt im Dreieck Vossenack, Hürtgen und Brandenberg (zwölf Kilometer, 2,5 Stunden, mittelschwer).

Die 27 Kilometer lange große Hürtgenwaldrunde startet bei Raffelsbrand und führt auf anspruchsvoller Stecke mehr als sechs Stunden lang durch den Wald, entlang der Kall und des Tiefenbaches. Kleine Hinweisschilder – vergleichbar mit denen der Eifelvereinwanderwege – sollen den Reitern an Knotenpunkten den Weg weisen.

Die Politik begrüßt das Projekt als weitere Stärkung des Tourismus­standortes Hürtgenwald. Es wurden aus der CDU auch Stimmen laut, dass man dann das Thema Pferdesteuer endgültig zu den Akten legen müsse. Zumal von den Reitwegen ja auch die profitieren, die diese Steuer nicht zahlen. Die Verwaltung wird nun detaillierter einen Kostenplan erarbeiten, bevor sie dann weiter über das Thema spricht.

(smb)
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