Gemeinde Hürtgenwald will stärker vom Tourismus profitieren

Schwerpunkte erarbeitet : Hürtgenwald will stärker vom Tourismus profitieren

Der Tourismus soll als wichtiges wirtschaftliches Standbein der Gemeinde Hürtgenwald gestärkt werden. Aber Verwaltung und Politik können immer nur Rahmenbedingungen setzen, Projekte anstoßen, Signale aussenden. In den Tourismus investieren müssen andere.

Mit dem Verein Rureifel Tourismus wurden einige Schwerpunktthemen erarbeitet, die in Zukunft verstärkt verfolgt werden sollen.

Punkt eins: Angebotsverbesserung für Wohnmobilisten. Der Markt wächst und auch schon heute kommen Wohnmobilisten in die Gemeinde. Eine Infrastruktur gibt es aber nicht. Das soll sich ändern.

Das Problem ist aber, dass die Gemeinde für die Umsetzung ihrer Idee einen Investor und einen Betreiber braucht. Verfolgt wird die Idee eines dezentralen Konzeptes. Statt eines großen Stellplatzes soll es mehrere kleine (vier bis sechs Plätze) geben, mit unterschiedlicher Infrastruktur und dem Fokus auf der „Naturexklusivität“, wie Bürgermeister Axel Buch (CDU) erklärt, aber mit einem gemeinsamen Buchungsportal.

Ein wirtschaftlicher Betrieb ist aber erst ab einer Größe von etwa 50 Stellplätzen möglich. Deswegen wären beispielsweise auch Kooperationen mit anderen Kommunen hilfreich, Nideggen etwa arbeitet auch an dem Thema.

Punkt zwei: Es sollen mehr Tagestouristen angelockt und deren Ausgaben gesteigert werden. Ein Ausstellung wie die über Marlene Dietrich in Simonskall etwa sei so eine Möglichkeit, betont Buch. Der „Eifel.Turm“ könnte, sofern er realisiert wird, eine weitere sein. Aber wie sollen die Ausgaben gesteigert werden? „Zum Beispiel, in dem das Angebot ausgeweitet wird“, sagt Buch.

Die Politik hat beschlossen, dass die Verwaltung eine mögliche Ausweitung des Bike-Parks und des Hochseilgartens hinsichtlich baurechtlicher Gegebenheiten prüfen und denkbare Weiterentwicklungen der Anlagen mit den Betreibern beraten soll. Damit zielt sie zum Beispiel darauf, dass der Hochseilgarten und der Bike-Park auf ein gemeinsames Angebot setzen könnten, wo die Sportler eine Kleinigkeit essen oder trinken könnten.

Für das „Bike-Park“-Areal wäre aber auch „Zorbing“ eine Erweiterungsmöglichkeit. Dabei geht es in einer großen Kugel den Berg hinab. Der Vorschlag zielt aber auch darauf, dass es an vielen Wanderwegen gar keine Einkehrmöglichkeit gibt. „Dass Investitionen belohnt werden, zeigt beispielsweise der Bosselbacher Hof“, sagt Buch. Auch das neue Reitkonzept für die Gemeinde könnte helfen, die Ausgaben von Tagesgästen zu steigern.

„Ausgaben werden aber auch über die Angebotsqualität gesteigert“, erklärt Gotthard Kirch, der Geschäftsführer des Rureifel Tourismus. Er ist davon überzeugt, dass Gäste für Qualität auch entsprechend zahlen würden und so die Umsätze steigen könnten. Es geht aber nicht nur um Tagestouristen. Ein Hotel, wie es schon einmal für Bergstein angedacht war, wäre für Bürgermeister Axel Buch nach wie vor ein wünschenswertes Projekt – oder eine Jugendherberge. „Das Jugendwaldheim in Raffelsbrand und der Zeltplatz Finkenheide zeigen, dass die Nachfrage da ist. Und sie haben auch wirtschaftlichen Nutzen für die Kommune, auch wenn dieser noch nie errechnet wurde“, erklärt Kirch.

Punkt drei ist überschrieben mit „Einbindung von Bildung und Tourismus bei der Entwicklung des Landschaftsmuseums“. Will heißen, dass man das Landschaftsmuseum als Bildungsangebot versteht, es aber zeitgleich auch gezielt vermarkten kann. Zum Beispiel auch in Verbindung mit Wohnmobilstellplätzen, deren Gäste Natur und Geschichte erkunden können.

Mehr von Aachener Nachrichten