Der "Eifel.Turm" soll den Tagestourismus im Hürtgenwald ankurbeln

Die Vision vom „Eifel.Turm“ : Ideal für einen Ausflug mit Fernsicht und Geschichte

Die Eifel soll ein Kulturdenkmal bekommen. Das ist zumindest der Wunsch von Rainer Arke und seinen Mitstreitern vom Künstlerstammtisch des Kunst- und Kulturvereins „HöhenArt“.

Auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin hat der Eifeler Künstler Rainer Arke seinen Entwurf des „Eifel.Turms“ mit Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) enthüllt und auch Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch ist von der Idee begeistert, könnte es dem Tourismus doch einen Extraschwung verleihen.

Aber das Projekt hat gleich Gegenwind bekommen, vor allem, weil zu Beginn nur wenige Informationen verfügbar waren. Im Internet gab es eine Debatte über die Kosten eines solchen Mammutprojektes – und Sorgen darum, wer diese denn zu tragen habe.

In diesem Punkt hat Rainer Arke gegenüber der Hürtgenwalder Politik und den Bürgern nun nochmal eindeutig Entwarnung gegeben: „Weder die Gemeinde noch der Kreis Düren sollen das Projekt finanzieren“, betonte er. Vielmehr soll der Turm, dessen Kosten zunächst grob auf vier Millionen Euro geschätzt werden, im Idealfall zu 90 Prozent aus einem Fördertopf des Landes unter dem Aspekt „Heimat“ finanziert werden. Die restliche Summe soll laut Arke über Sponsoren, Spender und gerne auch unter Beteiligung der Bürger aufgebracht werden.

Aber noch steht das Projekt, das unweit der B399 nahe dem Parkplatz Jägerhaus entstehen soll, erst ganz am Anfang. Es gibt noch keine Statik, keine Berechnungen für Folgekosten und deren Finanzierung, kein Baurecht für den höchsten Punkt der Kreisdürener Eifel in Raffelsbrand. „Es ist eine Vision, mit der wir diesen Teil der Eifel weiterbringen möchten“, sagt Arke. Es gehe darum, ein Kulturdenkmal zu schaffen, das sich mit der Vergangenheit der Region befasst und gleichzeitig in die Zukunft blicken lässt. Aus diesem Grund soll der Turm mit einer Holzfassade verkleidet werden, die an einen Kohlemeiler erinnern soll, wie es sie im Hürtgenwald früher an etlichen Stellen gab.

Der Turm besteht aus einem verglasten Stahlgerippe, das mit Holz verkleidet wird, im inneren führt ein Spiralweg nach oben und eine Rutsche hinab. Foto: Rainer Arke

Ein 600 Meter langer Spindelweg, der auf die Aussichtsplattform des 50 Meter hohen Turmes führt, soll Platz für die Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe der Region, mit Holz und Köhlerei, Erzabbau, Verhüttung, Metallbau, Webereien, Färbereien und der Wasserwirtschaft bieten. „Uns schwebt eine moderne, digitale Aufbereitung unserer Kultur und unserer Geschichte vor“, erklärt Arke.

Der Spindelweg soll nur eine leichte Steigung haben und damit auch für Rollstuhlfahrer passierbar sein, zusätzlich sorgt aber ein Aufzug für Barrierefreiheit und führt direkt in auf die erste Plattform.

Ein gastronomisches Angebot ist im Turm selbst nicht vorgesehen, das lassen laut Arke die Förderrichtlinien nicht zu. Es müsse sich um ein nicht kommerzielles Angebot handeln. Gleichwohl ist der Ideengeber des Projektes davon überzeugt, dass diese im Umfeld des Turmes aufgegriffen wird, beispielsweise auch von Landwirten in Form eines Bauernhofcafés. Nach Ansicht der Hürtgenwalder Politiker ist diese Gastronomie auch unerlässlich, um ein attraktives Ausflugsziel, vergleichbar mit dem Indemann, zu schaffen.

Nur wenn die Tagesbesucher Geld ausgeben können, kann auch die Kommune von dem Projekt über die Gewerbesteuer profitieren. Die Hürtgenwalder Politiker waren merklich angetan von dem Entwurf des Turmes, wären aber gerne früher und nicht aus der Zeitung darüber informiert worden.

Der Turm soll von einem vier Meter breiten Wassergraben umgeben sein. Über eine Zugbrücke könnten Fußgänger zum Turm und in sein Inneres gelangen, Wanderer können eine Rast einlegen. „Wir werden die Naturschutzverbände von vornherein mit ein beziehen, der Wassergraben wird ein kleines Ringbiotop und der Meilerturm selbst wird durch die natürlichen Baumstämme mit Nistkästen hoffentlich ein Vogelparadies“, erklärt Arke seine Pläne. Hinter dem Holz handelt es sich bei dem Turm um ein verglastes Stahlgerippe.

Weil der Turm aber auch ein Magnet für Familien werden soll, hat Arke eine Rutsche eingeplant, auf der es rasant den Turm hinab gehen kann. Parkplätze seien ganz in der Nähe vorhanden, perspektivisch müssten sie aber ausgebaut werden, wenn das neue Kulturdenkmal auf die erhoffte Resonanz trifft. Ein Weg von dort zum Turmeingang  müsste allerdings auch noch gebaut werden.

Da für eine Förderung des Heimat-Projektes Rückhalt in der Bevölkerung wichtig ist, möchten Arke und seine Mitstreiter im Herbst im Raffelsbrand einen Holzkohlemeiler  aufbauen lassen, um „das Wir-Gefühl aufzubauen“ und eine gute Basis für das Projekt aufzubauen.

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