Düren: „Honey &Wood“: Handgemachte Musik über Dürens Dächern

Düren : „Honey &Wood“: Handgemachte Musik über Dürens Dächern

Schon beim Aufstieg auf das Dach der Endart Kulturfabrik hat man das Gefühl, gleich etwas Besonderes zu erleben. Eine Metalltreppe führt auf den Dachgarten. Und der ist wirklich atemberaubend schön. Holzboden, Loungemöbel, entspannte Gesichter, zu denen auch die von Ina Hagenau und David Mirche gehören, die gleich singen werden.

„Wir spielen ausschließlich unsere Lieblingssongs, also Lieder aus unseren persönlichen Top 200“ sagt Ina Hagenau. Und David Mirche erklärt: „Coversongs von den Beatles bis zu Daft Punk, bunt gemischt. Je dunkler es heute hier im Dachgarten werden wird, desto energievoller werden die Songs.“

Gesagt, gesungen. Das erste Set der Gruppe startete mit ruhigen Songs wie „Summertime“ aus Gershwins „Porgy and Bess“ oder „Fast Car“ von Tracy Chapman. Lizzy Gerkowski aus Kreuzau war begeistert: „Was ich auffällig finde: Oft unterhalten sich die Leute bei Konzerten mit freiem Eintritt. Hier ist es mucksmäuschenstill.“

Und tatsächlich lauschten die Gäste im Dachgarten der vollen, ausdrucksstarken Stimme der Sängerin und dem präzisen Gitarrenspiel ihres Bühnenpartners. In Kombination mit den charmanten Plaudereien Ina Hagenaus eine sehens- und hörenswerte Show.

Als „Honey and Wood“ produzieren Hagenau und Mirche handgemachte Musik vom Feinsten. „HandMadeMusic acoustic showcase“ ist auch der Name des von den beiden Musikern organisierten Musik-Events, bei dem die Idee zum sommerlichen Dachgartenkonzert geboren wurde. „Das war eine Initiative, die Anfang des Jahres in der Endart Kulturfabrik stattgefunden hat,“ sagte Dirk Boltersdorf, zweiter Vorsitzender des Endart-Vereins und Organisator von „On the Rooftop.“

Boltersdorf: „Es gab ein so tolles positives Feedback zu diesem Abend mit mehreren Bands, die akustische Musik spielen, dass wir uns überlegt haben, unbedingt weitermachen zu wollen.“ Und so kam es zu der Idee, den beeindruckenden Dachgarten für ein musikalisches Experiment zu öffnen: handgemachte Musik „On the Rooftop“, ein Open-Air-Abend, der, wie Boltersdorf erklärte, zwar nur zufällig anknüpft an das Format „Airweiler“ auf dem Ahrweiler Platz, denn die Idee sei ja längst geboren gewesen. Dennoch mögen beide Formate Meilensteine sein auf dem Weg, besondere Plätze für besondere Open-Air-Erlebnisse zu öffnen.

Energievolle Songs

Das zweite Set begann Ina Hagenau dann auch mit der Bemerkung „Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen uns und der Dachterrasse“ und mit „Valerie“ von Amy Winehouse. Es folgten, wie von dem Musikerduo versprochen, energievollere Songs wie „Happy“ von Pharrell Williams. Der Aufforderung von Ina Hagenau zum Mitsingen folgten nicht nur die Gäste, sondern auch ein Vogel, der im Hintergrund mitmusizierte.

Dass der Abend als „öffentliche Probe“ gedacht war, äußerte sich höchstens in der gelösten Stimmung der Musiker, nicht in der Qualität der Darbietung. Dachgarten und Band haben Großstadtformat. Wer sich davon überzeugen will, kann im Juli und August noch einmal vorbeischauen.

Mehr von Aachener Nachrichten