Düren: Hobby-Kunstmarkt: Vom Kulturtempel zum bunt schillernden Basar

Düren: Hobby-Kunstmarkt: Vom Kulturtempel zum bunt schillernden Basar

Vom Kulturtempel zum bunt schillernden Basar: Das Haus der Stadt in Düren machte beim Hobby-Kunstmarkt eine rasche und eingreifende Wandlung durch. Eine Vielzahl von Ausstellern aus der Region bot zwischen Foyer und Bühnenraum eine breite Auswahl von Produkten aus eigener Herstellung an: Schnäpse waren hier ebenso zu haben wie Handarbeiten, Schmuck undindividuell hergestellte Handtaschen.

Zu den Anbietern, die aus nicht allzu großer Entfernung in die Kreisstadt angereist sind, gehört Anneliese Pieterek-Gaukel aus Brühl. Sie betreibt wie manche andere Ausstellerin Patchwork — doch auf ganz andere Weise. Während andere Anhänger dieses textilen Hobbys die Stofflappen und -stücke kunstvoll zusammennähen, bringt sie mit Hilfe einer kunstvollen Schnitt- und Ritztechnik auf Styroporkugeln, nachdem sie sich zuerst deren Fläche mit einem Stift eingeteilt hat.

Und das nicht nur zur Weihnachtszeit: „Ich produziere das Ganze Jahre hindurch.“ Für Düren und seinen Hobby-Kunstmarkt der zwei Mal jährlich vom städtischen Kulturbetrieb organisiert wird und an dem sich die Brühlerin nach einer Pause von zwei Jahren wiederum beteiligt, spricht aus der Sicht der Teilnehmerin einiges — zum Beispiel: „Mir gefällt die Stadt gut.“

Peter Bergstein hingegen spinnt — nicht sinnbildlich, sondern sehr real. „Seit 20 Jahren spinnt mein Mann“, kommentiert Renate, die Ehefrau des Indeners, dessen handwerkliches Tun. Für ihren Mann wiederum ist seine Arbeit mit Spindel, Faden und Rad ein willkommener Ausgleich zu seiner Arbeit als Programmierer. Was der EDV-Fachmann dann seine beiden Frauen — denn mittlerweile arbeitet neben der Gattin auch Tochter Lisa mit — zu einem feinen Faden zurechtspinnt, wird von denen dann zu den unterschiedlichsten Produkten verarbeitet, zum Beispiel zu kleinen Pantoffeln aus Filz, aber auch zu Kissen mit Uhu-Motiv.

So bringt der Gang über den Dürener Hobby-Kunstmarkt am Ende fast jedem Besucher etwas. Manch einer trägt in der Hand ein Geschenk, das er dereinst einem lieben Menschen unter den Christbaum legen wird. Auch die Aussteller sind es zufrieden: Nachdem sie Monate lang in ihrem Atelier oder der Wohnung (was bei vielen ein und dasselbe ist) fleißig waren, konnten sie sich im Haus der Stadt einem größeren Publikum präsentieren. Und auch bei manchem von ihnen sieht es jetzt in der Sonderkasse fürs Weihnachtsfest ein wenig besser aus.

(ch)
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