Vettweiß: Hitzige Nitrat-Debatte im Rat

Vettweiß : Hitzige Nitrat-Debatte im Rat

Die Ratssitzung nahm am Montagabend ein spätes und für alle Parteien unbefriedigendes Ende. Gegen 20.15 Uhr war der öffentliche Teil abgeschlossen. Das Thema, das den Abend beherrschte, hallt aber noch nach. Die Infos und Diskussion zur Nitratbelastung im Grundwasser dominierte die Sitzung, sorgte für hitzige Debatten, kam aber zu keinem einvernehmlichen Abschluss.

Um das Ende vorwegzunehmen: Der Rat beschloss bei zwei Enthaltungen mit 14 Ja- und sechs Nein-Stimmen, dass die Wasserschutzgebiete überprüft und gegebenenfalls erweitert werden sollen. Zuvor war ein Antrag der SPD, der ergänzend zu diesem Punkt noch weitere Maßnahmen zum Grundwasserschutz vorsah, mit 13 Gegenstimmen abgelehnt worden.

Die Voraussetzungen waren vielversprechend: In der Bürgerbegegnungsstätte saßen neben Politik und Verwaltung auch Jörg Kemmerling, der Betriebsleiter des Wasserleitungszweckverbandes Neffeltal, sowie mit Franz Courth und Reinhold Fichtner zwei Gewässerschutzberater der Landwirtschaftskammer. Letztere informierten über die Düngung in der Landwirtschaft; sie gingen auf Methoden, Vorschriften, Kontrollen, Messungen, Sanktionen und die seit 25 Jahren bestehende Kooperation zwischen den Landwirten, der Landwirtschaftskammer und dem Wasserleitungszweckverband ein.

Immer wieder hakten die Ratsmitglieder nach, übertrugen das Gehörte auf Vettweiß und erfragten Details. Als das Thema etwa eineinhalb Stunden besprochen worden war, wandte sich Helmut Kemmerling (CDU) an Reinhold Fichtner. Da die bisherigen Maßnahmen anscheinend nicht ausreichend seien, erfragte er weitere Vorschläge: „Können Sie noch konkreter sagen, was wir verändern sollen?“ Zu einer Antwort kam es aber nicht mehr, da SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Ruskowski einen Antrag zur Geschäftsordnung stellte und aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und ausufernden „Killefittfragen“ darum bat, auf den Antrag der SPD zurückzukommen.

Bürgermeister interveniert

Bürgermeister Joachim Kunth (CDU) leitete das Gespräch daraufhin auf die konkreten Vorschläge der SPD hin. Zu einer sachlichen Diskussion oder einer Beendigung des Vortrags der Gewässerschutzberater kam es jedoch nicht mehr, weil SPD und CDU sich in gegenseitigen Vorwürfen verloren, so dass Bürgermeister Kunth intervenierte und zur Abstimmung fortschritt. Die CDU-Mehrheit sorgte für die Ablehnung des SPD-Antrags und beschloss anschließend den selbsteingebrachten Antrag zur Prüfung der Wasserschutzgebiete.

In der Haupt- und Finanzausschusssitzung am 14. Mai wird zum gleichen Thema noch Dr. Nils Cremer, beim Erftverband zuständig für Wasserqualität, angehört. Außerdem kündigte Bürgermeister Kunth an, eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürger zu organisieren. (wel) Kommentar