Düren: Historische Kostbarkeiten im Stadtmuseum

Düren: Historische Kostbarkeiten im Stadtmuseum

Das Stadtmuseum platzt aus allen Nähten. Fast drei Jahre ist diese beliebte Bürger-Einrichtung jetzt in der Arnoldsweiler Straße 38 zu Hause. Aber was in diesen drei Jahren geschehen ist, übersteigt die Erwartungen der Museums-Macher bei weitem.

Kaum war das Museum mit seinen 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche eröffnet, da ging es los. „Wir sind in mehreren Hinsichten überrannt worden”, schildert Rolf Terkatz, im Museum Mädchen für alles, Zustände, die langsam Aktionen erforderlich machen. Zunächst ist die Zahl der Aktiven bei 40 konstant geblieben. „40 Leute, die alle kommen, wenn man nur mal leise um Hilfe ruft”, sagt Bernd Hahne.

Dann sind da die Veranstaltungen, die so gut besucht sind, dass neulich sogar Interessierte - wegen Überfüllung der Räume - weggeschickt werden mussten. Regelmäßig gibt es Führungen, alles ehrenamtlich angeboten, wo von Kindergartenkindern bis zu Senioren großer Bedarf besteht. Die Dürener beschäftigen sich offenbar gern mit ihrer Geschichte. Möglicherweise besteht auch ein Nachholbedarf. Beim „offenen Treff” jeden Dienstag ab 18 Uhr reichen manchmal die Stühle nur knapp.

Das alles ist offenbar zu bewältigen. Was aber den Verantwortlichen über den Kopf zu wachsen beginnt, das ist die Fülle des Materials, das von der Bevölkerung ins Museums getragen wird. Fast alles wahre Schätze, von denen man nie vermutet hätte, dass diese Kostbarkeiten den Zweiten Weltkrieg überlebt haben. Vollkommen überrascht sind Rolf Terkatz und seine Mitarbeiter und haben einen jungen Historiker auf 400 Euro Basis einstellen müssen, der nichts anderes macht, als historisch wertvolle Objekte und Schriften, Plakate, Karten und Dokumente zu registrieren und in einer Datenbank zu erfassen. „Was allein letzten Dienstag gekommen ist . . .”, schwärmt Ludger Dove von der Geschichtswerkstatt. Ein Plakat aus dem Jahre 1918 beispielsweise, auf dem britische Militärs der Dürener Bevölkerung Anweisungen geben. Dann ein Kontenbuch, das 1816 beginnt - mit der Aufzählung aller Versicherten der Tuchfabrik Schoeller. Und viele, viele Dinge mehr.

Ohne städtische Zuschüsse

So wird das Museum voller und voller, und die Räume quellen über, der Keller desgleichen. Ein Umstand, der den Trägerverein jubeln lässt, der aber auch dazu führt, dass sich der Blick in die obere Etage richtet. Dort stünden zwei sehr große und mehrere kleine Räume zur Verfügung, derzeit allerdings teilweise vom Freiwilligenzentrum belegt.

An die Stadtverwaltung haben die Museums-Macher noch nie einen Antrag mit der Bitte um Unterstützung gerichtet. Obwohl sie eine öffentliche Aufgabe, nämlich die Darstellung der Historie Dürens, übernommen haben. Das Stadtmuseum „lebt”, weil es von der Sparkasse Düren unterstützt wird.

Alles andere muss die ehrenamtliche Arbeit schaffen. Und wie man sieht, schafft sie das ziemlich erfolgreich.