Fußball- und Sommercamp: Hier bleibt niemand auf der Ersatzbank

Fußball- und Sommercamp : Hier bleibt niemand auf der Ersatzbank

Das fünftägige Fußballcamp „Rote Karte für die Ersatzbank“ fand in diesem Jahr bereits zum neunten Mal statt. Auf dem Sportplatz des Berufskollegs Kaufmännische Schulen des Kreises Düren an der Euskirchener Straße trainierten 30 Kinder sieben Stunden täglich ihre sportlichen und fußballerischen Fähigkeiten.

Die sechs- bis zwölfjährigen Jungen und Mädchen haben meist leichte motorische oder geistige Einschränkungen und müssen in ihrem Sportverein häufig auf der Ersatzbank sitzen. Organisiert wurde das Fußballcamp wieder vom Kreissportbund Düren und dem Fußballkreis Kreis Düren.

„Wir haben jeweils vier Trainer und  Freiwillige, die ehemalige Camp-Teilnehmer sind und nun als Helfer tatkräftige Unterstützung leisten“, sagt Manfred Schultze, Vorsitzender des Fußballkreises Düren. „Die Kinder sollen für Sport, Bewegung und Gesundheit motiviert und begeistert werden“, ergänzt Veronika Schoenen vom Kreissportbund Düren. Mit großem Engagement unterstützen die Trainer und Helfer die Kinder dabei, ihre Motorik, Ausdauer und Ernährung zu verbessern. Neben dem gemeinsamen Fußballspiel standen auch verschieden Freizeit- und Breitensportangeboten wie Futsal, Beach Soccer und  Street Soccer auf dem Programm. Auch andere Sportarten wie Rugby konnten die Camp-Teilnehmer ausprobieren.

Wesentliche Zielsetzung des Programms ist die Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder und die Integration in Sport und Gemeinschaft. Tim Jansen ist sportlicher Leiter des Camps. „Nach dem Abitur habe ich beim Fußballkreis ein freiwilliges soziales Jahr gemacht. Die Arbeit mit den Kindern hat mir viel Spaß gemacht, nun führe ich die Trainertätigkeit neben dem Studium fort“, sagt der junge Student, der bereits zum sechsten Mal als Trainer dabei ist. Auch die Vereine der teilnehmenden Kinder sollen für Randgruppen und eine sinnvolle Verbindung von Leistungs- und Breitensport sensibilisiert werden.

Kinder mit Fluchthintergrund einbinden

Aufgrund des Leistungsgedankens in vielen Sportmannschaften komme es häufig vor, dass leistungsschwächere Kinder nur passiv am Spielgeschehen teilnehmen und mit der Zeit die Motivation am Fußball und am Sporttreiben generell verlieren. Seit zwei Jahren legt das Fußballcamp auch enormen Wert darauf, Kinder mit Fluchthintergrund einzubinden und auf diese Weise die Gemeinschaft und das Interesse für Sport zu stärken.

„Im vergangenen Jahr wurde parallel zum Fußballcamp das sogenannte Sommercamp eingeführt, das auch dieses Jahr wieder stattfindet“, erzählt Britta Hourtz von der Job-com des Kreises Düren. „Inhalt des Sommercamps ist ebenfalls die Förderung von Sport, aber in diesem Fall für Erwachsene.“ Das Angebot sich an die Klienten der Behörde. „Die Erwachsenen haben die Möglichkeit Angebote in der Sporthalle der kaufmännischen Schulen wahrzunehmen, während ihre Kinder am Fußballcamp teilnehmen können“, erklärt Hourtz. „Leider wurde das Angebot in diesem Jahr nicht vollständig wahrgenommen.“

Die Sport- und Bewegungangebot der Job-com Düren finden im Rahmen des bundesweiten „Modellprojekts zur besseren Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung im Setting (Lebenswelt)“ der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit, der gesetzlichen Krankenkassen und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung statt. Dort werden Angebote für die Gesundheitsförderung von Arbeitslosen bundesweit entwickelt. Hintergrund ist die enge Verflechtung von Gesundheit und Arbeit, die beide gegenseitigen Einfluss aufeinander haben. Nachgewiesen ist, dass sich die Gesundheit bei anhaltender Arbeitslosigkeit verschlechtert. Eine verbesserte Gesundheit erhöht im Gegenzug die Chancen auf eine Erwerbstätigkeit.

Aufgrund der kostenfreien Teilnahme für die Kinder ist das Fußballcamp jedes Jahr auf Sponsoren angewiesen. „Besonders danken möchten wir der Sparkasse Düren und innogy für die Unterstützung“, sagt Manfred Schultze.