Hergarten: Hergarten ist „einer der ältesten Orte der Eifel“

Hergarten: Hergarten ist „einer der ältesten Orte der Eifel“

Seit 2008 befasst sich eine Kommission, bestehend aus Hergartener Bürgern, intensiv mit der Geschichte des Ortes. Zu Hergarten zählen die Ortschaften Düttling und der Gutshof Walbig. Anlass für die Rückschau ist die 1150-Jahrfeier, die am übernächsten Wochenende ansteht.

Zur Kommission zählen unter anderem Hans-Paul Kruppert als Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins und Theo Lauterbach als Abgesandter des Musikvereins.

Vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg besaß die Kirche in Hergarten noch einen stattlichen Turm (Bild links). Das Foto rechts oben zeigt die Ankunft von Friedrich Zapp 1929, dem damals neuen Dorf-Priester; die Hergartener Bauern beim „Loheschälen“ (Bild unten rechts).

Theo Lauterbach präsentierte einen geschichtlichen Abriss und alte Bilder. Er berichtete: „Unser Ort ist einer der ältesten in der Eifel.“ Von einem römischen Gutshof, der einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen ist, fanden sich Reste hinter dem Haus der Gebrüder Berbuir.

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Die Römerstraße Reims-Zülpich-Köln führte unmittelbar an der militärische Lagerstätte vorbei, die sich im Laufe der Zeit zu einem Heer-Garten entwickelte. Bereits 846 kann „Herigarda“ in einer Urkunde nachgewiesen werden. Aus der alten Sprachform „Herigarda“ wurde zwischenzeitlich „Hergarden“, später „Hergarten“. Ort und Pfarre „Hergarten“ werden erstmals 864 in einer Tauschurkunde zwischen König Lothar II. und dem Kloster Prüm erwähnt.

1603 verfügte Herzog Johann Wilhelm von Jülich, dass der Hergartener Pfarrbezirk zum kirchlichen Einflussgebiet des Zisterzienserklosters Mariawald gehören sollte. 1668 übernahm mit Wilhelm Brewer ein gebürtiger Hergartener die Leitung des Klosters hoch oben im Kermeter.

Bis heute unvergessen sind im derzeit 550-Seelendorf gewaltige Unwetter in den Jahren 1823/24. Die Kirche wurde durch die Unwetter schwer beschädigt. Nach vielen Jahren und langem Ringen zwischen Kirchengemeinde und Bürgermeister wurde anstelle der alten Pfarrkirche in den 1830er Jahren eine neue Saalkirche erbaut. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erweiterten die Gemeindemitglieder den Bau im Bereich des Westturms und des Chores. Im Februar 1944 wurde das Gotteshaus erneut zerstört, lediglich die nordöstliche Längswand und ein Abschnitt des Chorraumes fanden noch Verwendung.

Seit dem 1. Juli 1969 gehört Hergarten zur Stadt Heimbach. Immer schon wurde der Ort, der rund 350 Meter über dem Meeresspiegel liegt, von der Landwirtschaft bestimmt. In jüngerer Vergangenheit hat er sich auch als touristischer Anlaufpunkt einen Namen gemacht. Durch die Eröffnung des Nationalparks Eifel entstand in Düttling die Wildniswerkstatt und in Hergarten ein Nationalpark-Gästehaus. Beide Einrichtungen sind sehr beliebt und werden gut frequentiert.

(gkli)
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