Heimbach: Herbert Boerger zeigt Werke im Wasser-Info-Zentrum

Heimbach : Herbert Boerger zeigt Werke im Wasser-Info-Zentrum

Inaktivität kam für Herbert Boerger nicht infrage, als er aus dem Berufsleben ausschied. Heute ist er 80 Jahre alt und kann auf eine beträchtliche Sammlung von selbst geschaffenen Kunstwerken in verschiedenen Stilen zurückblicken, die ab sofort im Wasser-Info-Zentrum in Heimbach zu sehen sind.

Eröffnet wurde die Ausstellung von der stellvertretenden Bürgermeisterin Edith Cremer. Einführende Worte sprach der Künstler Karl Hackstein.

Zu sehen sind Bilder in ganz unterschiedlichen Kunstrichtungen. Von abstrakten Gemälden über das Studienobjekt mit bekannten Motiven von Malern wie van Gogh und Picasso bis hin zu Fusionen aus Bild und Objekt. Auch die Methoden, die Boerger verwendet, variieren: Einige Gemälde sind mit Öl gemalt, andere mit Acrylfarben oder Pastellkreide.

Mit seinen Bildern versucht Boerger nicht nur Kunst zum Bewundern zu erschaffen, sondern auch die Menschen zum Nachdenken anzuregen. So hat er zum Beispiel auch seine Bilder „Macht des Geldes“ oder „Der Chip und die Welt“ in Heimbach ausgestellt. Hackstein erläuterte, dass das Streben nach Reichtum so ist, als würde man immer eine Stufe höher hinauf wollen und ehe man sich versehe, wäre man ganz unten.

Verarbeitung des 11. Septembers

Zu einer besonderen Reihe gehören die Bilder mit dem Namen „Wenn der Fingerabdruck zur Kunst wird…“. Sie sind ab 2007 im Rahmen von Boergers Aufarbeitung des Attentats vom 11. September 2001 entstanden. Zu der Zeit versuchte man die Opfer auch mit der Fingerabdruckmethode zu identifizieren und das war der Anstoß für ihn, die einzigartigen Papillarlinien in seinen Bildern umzusetzen.

Statt diese einfach zu malen, fing er an, mit Hammer und Locheisen Ketten von Lochungen anzubringen. So entstand ein Werk, das eigentlich gar nicht mehr zur Malerei gehört, die Menschen aber dazu bringen soll, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Mit Bildern wie diesem versucht Boerger, kritische Themen zu verarbeiten und Denkanstöße zu geben.

„Denn die Bildersprache verstehen wir am besten“, erklärte Karl Hackstein. Auch wenn einige Motive vielleicht auf den ersten Blick wie bekannte Gemälde aussehen, sei Kopie dennoch das falsche Wort dafür, erzählt Hackstein. Man müsse eher von „dem Maler nachempfunden“ sprechen, da hier immer die eigene Art und Seele des Künstlers mit einfließe. So fällt dem Zuschauer zum Beispiel nach genauerem Betrachten auf, dass die scheinbare Kopie eine ganz eigene Handschrift trägt und teilweise auch eine andere Farbwahl besitzt.

Peter Boerger ist gelernter Kaufmann und hat nach dem Abschied aus der Berufswelt entschieden, sich an der „Kunstakademie für bildende Künste in NRW“ in Lendersdorf einen Jugendtraum zu erfüllen. Acht Jahre lang besuchte er die Akademie und lernte dort aktiv Malen mit Öl, Acryl und Kreide. Anlässlich seines 80. Geburtstag entschied er sich, einen Querschnitt aus seinem Schaffen der vergangenen 20 Jahre zu präsentieren.

(mv)
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