Heinz-Willi Esser ist neuer Bezirksbeamter in Merzenich

Heinz-Willi Esser ist neuer Bezirksbeamter : Den Menschen im Alltag begegnen

Wenn man Heinz-Willi Esser nach seinem Beruf fragt, wird er ganz simpel antworten, dass er Polizeihauptkommissar ist. Das stimmt auch. Seit ein paar Wochen ist er der neue Bezirksbeamte für die Gemeinde Merzenich, hat sein Büro im Merzenicher Rathaus.

Er ist noch so frisch im Rathaus, dass am Türschild zu seinem Büro noch der Name seines Vorgängers steht. Als Bezirksbeamter ist Esser erster Ansprechpartner für die Bürger, also das, was früher der „Schutzmann um die Ecke“ oder der „Dorfsheriff“ war. Er ist Ansprechpartner für die kleinen Alltagsprobleme, ist zudem sichtbar präsent und soll einen vertrauensvollen Kontakt zu den Bürgern pflegen.

Esser ist seit 38 Jahren bei der Polizei. Der 55-Jährige hat rund 30 Jahre Streifendienst absolviert und in der Einsatzleitstelle gearbeitet, bevor er im April 2016 seinen ersten Posten als Bezirksbeamter in Düren-Südost angetreten hat. Dass er jetzt nach Merzenich gewechselt ist, geschah auf eigenen Wunsch: Die Stelle wurde frei, Esser hat sich beworben. „Die Gemeinde gefällt mir. Ich komme selbst vom Land und mag das dörfliche Leben“, sagt er.

Diensterfahrung, Lebenserfahrung, „learning by doing“, das, glaubt Esser, sind die Grundbedingen, die man für diese Aufgabe mitbringen müsse eben weil sie über den normalen Job des Polizeihauptkommissars deutlich hinausgeht. „Die Grenzen zu anderen Institutionen wie beispielsweise dem Ordnungsamt sind oft sehr fließend“, sagt Esser. Zum Beispiel wenn sich ein Bürger über permanent falsch geparkte Fahrzeuge vor seiner Haustür ärgert. „Ich kann ja dann nicht sagen, dass man sich eigentlich an das Ordnungsamt wenden müsste, sondern hole die dann einfach mit ins Boot“, erklärt er.

So kann sich Esser auch schon mal bei Nachbarschaftsstreitigkeiten in der Rolle des Streitschlichters wiederfinden, oder in einer ähnlichen Rolle wie ein Schulsozialarbeiter, den er natürlich nicht ersetzen kann. Aber: Esser geht in die Schulen, bietet in Zusammenarbeit mit den Lehrern Sprechstunden an, wird bei Problemen auch schon mal als Streitschlichter dazu gerufen. In den Kindergärten ist er zudem für die Verkehrserziehung zuständig, absolviert mit ihnen ein Bordsteintraining, bevor sie eingeschult werden. „Mit den Pänz zu arbeiten, ist pures Vergnügen“, sagt Esser. „Die vergessen dann auch gerne, dass sich der Kopf drehen lässt, halten den Kopf nach links aber die Augen nach rechts, weil sie mich angucken wollen“, berichtet er schmunzelnd und weiß, dass er als Respektsperson akzeptiert wird.

Nicht nur bei Kindern. Auch im Dürener Südosten, einem durchaus problematischem Stadtteil, zu dem auch das Satellitenviertel gehört, fühlte sich Esser als Bezirksbeamter akzeptiert und hatte mit der sehr unterschiedlichen Klientel nur wenig Probleme. „Die Akzeptanz eines Bezirksbeamten ist größer, eben weil man den Menschen im Alltag begegnet, den direkten Kontakt hält und meist zu Fuß unterwegs ist“, stellt Esser fest. Dabei ist er nicht nur der „Wohlfühlpolizist“, der in allen Lebenslagen Freund und Helfer ist.

Zu seinem Job gehört ebenso, Haftbefehle zu vollstrecken oder den Aufenthaltsort von Personen zu ermitteln. „Das ist oft gar nichts Wildes. Wenn jemand sein ‚Knöllchen‘ nicht bezahlt, schlägt das irgendwann bei mir auf. Bisher habe ich auch noch jeden gefunden.“ Das dürfte in Merzenich kaum anders sein, als im Dürener Südosten. Dass Esser die Vielfältigkeit seines Jobs liebt, die Arbeit mit den Kindern ebenso wie den direkten Kontakt zu den Bürgern, spürt man. Wann er in Merzenich angekommen ist? „Wenn die Bürger mich mit ‚Guten Tag Herr Esser‘ begrüßen, bin ich komplett da.“ Das dürfte nicht lange auf sich warten lassen.