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Vlatten ist ein Steinkauz-freundliches Dorf

„Steinkauzfreundlich“ : Ungewöhnliche Auszeichnung für Vlatten

Vlatten ist stolz auf eine ungewöhnliche Ehrung: Doris Siehoff überreichte Ortsvorsteherin Ingrid Müller die Plakette „Steinkauzfreundliches Dorf“.

Seit 2006 ist Siehoff in der „Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V. (EGE)“ verantwortlich für ein Steinkauzprojekt im Kreis Düren. In Vlatten konnte sie besonders große Erfolge verzeichnen: 25 junge Käuze wurden 2019 beringt, mehr als in jedem anderen Ort.

Zum Vergleich: 2010 waren es gerade einmal sieben. „Was in Vlatten für den Schutz der Steinkäuze geleistet wurde und wird, ist beachtlich und beispielhaft. Mit der Verleihung der Auszeichnung hoffen wir, noch mehr Mitbürger zu gewinnen, die uns helfen, Käuzen einen geeigneten Wohnraum zu geben“, sagt Doris Siehoff.

Der Steinkauz besiedelt vor allem beweidete Flächen und gemähte Wiesen mit alten hohlen Bäumen – das Land nutzt er für die Jagd, die Bäume als Brutplatz. Aber es gibt nicht genügend geeignete Bäume, und Neubaugebiete rauben oft den Lebensraum. Auch offene Tränken gefährden die kleinen Käuze, denn sie können ins Wasser stürzen und ertrinken.

Eine große Unterstützung sind Nisthilfen, die auch in Vlatten den Bestand an Steinkäuzen erhöht haben. Besitzer von Obstwiesen hatten sich bereit erklärt, in ihren Obstgärten mit Hilfe der EGE Nistkästen anbringen zu lassen.

Diese Arbeit ist äußerst wichtig, denn der Steinkauz ist stark gefährdet: Nur noch etwa 5000 Paare brüteten im Jahr 2016 in NRW. Gegenüber der Zählung im Jahr 2003 ging der Bestand in NRW um 14 Prozent, das heißt um 800 Brutreviere zurück. Entgegen diesem landesweiten Abwärtstrend hat sich der Steinkauzbestand im Projektgebiet der EGE, den Kreisen Düren und Euskirchen, in den vergangenen zehn Jahren positiv entwickelt.

Um diese Entwicklung weiter zu fördern, schlägt die Gesellschaft folgende Maßnahmen vor: Schon bei der Planung von Baumaßnahmen und Straßen muss der Käuzchenschutz bedacht werden. Und auch die Bevölkerung kann helfen, den Lebensraum zu retten. Wer eine Nisthilfe in seinem Obstgarten anlegen möchte, sollte sich an die EGE wenden, die mit Rat und Tat zur Seite steht.

Auch die Biologische Station Düren ist ein wichtiger Ansprechpartner. Wie Dr. Lutz Dahlbeck erläuterte, können bei der Biologischen Station hochstämmige Obstbäume alter Sorten bestellt werden, die wichtig für den Lebensraum der Käuzchen sind. Außerdem sorgt das Projekt „Na-Tür-Lich Dorf“ dafür, dorftypische Vogelarten wie den Steinkauz zu erhalten.

Weitere Informationen: Gesellschaft zur Erhaltung von Eulen e.V., Doris Siehoff, Grüner Weg 5b, Tel.: 02429 – 1895, dorissie@gmx.de; Biologische Station im Kreis Düren e.V., Dr. Luth Dalbeck, Sarah Hartmann, Zerkaller Straße 5, 52385 Nideggen, Tel.: 02427/94987-0, info@biostation-dueren.de.