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Die Heimbacher Stühlchen: Ein regionales Erbe lebt in Bronze wieder auf

Die Heimbacher Stühlchen : Ein regionales Erbe lebt in Bronze wieder auf

Die Tradition der Heimbacher Stühlchen lebt im Stadtzentrum wieder auf. Zu bestaunen gibt es die Bronzeobjekte an zwei Stellen.

In Bronze gegossene Heimbacher Stühlchen erzählen nun von einer langen Tradition der kleinen Stadt an der Rur. Eine Plastik steht im Stadtzentrum an der Rurpromenade, sie trägt den Namen: Augenhöhe. Dort ist ein kleines Stühlchen auf einem Findling montiert, ein größerer dreibeiniger sogenannter Raststuhl steht ebenerdig daneben. Setzen sich ein Kind und ein Erwachsener auf beide Stühle, können sie auf Augenhöhe reden.

An der Teichstraße, wo früher viele Stühle in Heimarbeit hergestellt worden sind, stehen zwei originale Kinderstühlchen. Die Bronzeobjekte sind auf Stelen zu bewundern, eine Tafel erläutert die Geschichte. Die Stühlchen haben sogar noch Schleifspuren, die wahrscheinlich entstanden sind, weil die Sitzgelegenheiten früher von Kindern als Schlitten benutzt worden waren.

Trauung auf zwei antiken Stühlchen

Die Heimbacher Stühlchen gelten aus Sicht der Stadt Heimbach als „regionales Erbe“ und „Alleinstellungsmerkmal“. Da das Gebiet bis ins 20. Jahrhundert hinein vor der touristischen Erschließung strukturschwach war, galt die Produktion der Stühle als wichtige Einnahmequelle. Das nötige Buchenholz kam aus dem Kermeter; für den Transport wurde der „Eselspfad“ angelegt. In einer Gemeindechronik steht, dass 1882 „von elf Familien 3600 Kinderstühlchen aus nassem Buchenholz gedrechselt worden sind“.

Die Bronzeobjekte sind in der sogenannten Heimatwerkstatt hergestellt worden. Diese wurde vom Land NRW gefördert. Regelmäßig haben sich Heimbacher im Alter zwischen 30 und 80 Jahren im Atelier von Bildhauerin Luise Kött-Gärtner getroffen. Die nun öffentlich ausgestellten Objekte wurden in einer Dürener Gießerei in Bronze gegossen und zu den Plastiken verschweißt. Zwei Mitglieder der Heimatwerkstatt haben sich auf Burg Hengebach auf den antiken Heimbacher Stühlchen trauen lassen.

(red)