Heimbach: Heimbach sagt „nein” zu neuen Windrädern

Heimbach: Heimbach sagt „nein” zu neuen Windrädern

Neun Monate hat es gedauert, bis der Rat der Stadt Heimbach einen Antrag auf Errichtung von sechs Windrädern beschieden hat. Der Antrag wurde abgelehnt, und das will Hermann-Josef Lenzen, der zu den Antragsstellern gehört, nicht in den Kopf.

Lenzen ist Mitglied des Kirchenvorstandes von St. Nikolaus in Hausen/Blens und möchte der Stadt, den Bürgern und natürlich der Natur etwas Gutes tun. Und das mittels Produktion von umweltfreundlicher Windenergie auf einem kircheneigenen Grundstück.

Sechs Windräder, alle mit einer Nabenhöhe von 135 Metern und jedes Produzent von drei Megawatt Strom pro Stunde sollen errichtet werden. Doch die Stadt hat die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans abgelehnt. Im Juli vorigen Jahres wurde der Antrag eingereicht, im März diesen Jahres hatte Lenzen die Ablehnung auf dem Tisch. „Wir hatten viel Beratungsbedarf”, begründet Bürgermeister Bert Züll die lange Bearbeitungszeit. Über einen so starken Eingriff ins Landschaftsbild könne man nicht von heute auf morgen entscheiden. Im Rat und in den Ausschüssen sei die Entscheidung gegen die Änderung des Flächennutzungsplans letztlich mit nur drei Gegenstimmen erfolgt.

Auf einem 55 Hektar großen Gelände im Bereich Vlatten/Hausen/Heimbach (Auf dem Hahnenberg/Vlattener Köpfchen) sollen die sechs Windkraftanlagen zu stehen kommen. Dort herrschen ideale Windverhältnisse.

37 Millionen Kilowattstunden würden die neuen Anlagen zusammen jedes Jahr im Durchschnitt produzieren und damit 37 000 Menschen versorgen. In Heimbach werde mit elf Windrädern in Vlatten und anderen Anlagen bereits sehr viel Energie produziert, so Züll. „Wir können 50 000 Menschen versorgen, und das, obwohl Heimbach selbst nur 4500 Einwohner hat”, entrüstet er sich. Er ist davon überzeugt, dass die Aufstellung weiterer Windräder dem Tourismus schaden werde.

Investieren in die Windkraftanlagen will unterdessen die Betreibergesellschaft New CaSa Energie GmbH & Co, die schon in der Südeifel und im Hunsrück über 200 Anlagen geplant und errichtet hat. 28 Millionen Euro möchte diese Gesellschaft ausgeben. Profitieren sollen mehrere: die Stadt über eine Jahrespacht von 100.000 Euro für Kabel- und Wegerechte, die Bürger, indem sie ebenfalls in die Anlagen investieren dürfen (Stichwort: Bürgerwindräder) und die Krischer Stiftung sowie gemeinnützige Vereine und kirchliche Einrichtungen, vorzugsweise für den Denkmalschutz.

Außerdem ist den Investoren wichtig: Nur die fünf Eigentümer der Grundstücke treten einen Großteils ihres Gewinns ab. Die anderen 26 Eigentümer, die ihre Grundstücke in dem Areal haben, erhalten ihre Pacht uneingeschränkt. Und zwar das Doppelte bis Zweieinhalbfache der üblichen Jahrespacht.

Sollte aber der Rat bei seinem „nein” zur Änderung des Flächennutzungsplans bleiben, wird all dieses Geld an Heimbach vorbeifließen, so fürchtet Lenzen.