Düren: Heidrun Breuer berichtet Schülern von Stasi-Jahren

Düren : Heidrun Breuer berichtet Schülern von Stasi-Jahren

Die Zeitzeugin Heidrun Breuer hat am Stiftischen Gymnasium einen Vortrag über ihre persönlichen Erfahrungen mit der Staatssicherheit gehalten.

Kurz vor dem Abitur freuten sich die beiden Grundkurse Geschichte der Jahrgangsstufe Q2 von Marcel Klemm über eine interessante Begegnung mit einer Frau, die als politischer Häftling im DDR-Frauengefängnis Hoheneck in den achtziger Jahren inhaftiert war.

Begleitet von ihrem Ehemann berichtete Heidrun Breuer sehr anschaulich und authentisch über ihre negativen Erfahrungen mit der Staatssicherheit. Besonders schockierend waren dabei die Schilderungen der Haftzeit, die von Willkür und Erniedrigung im Gefängnisalltag geprägt waren, aber auch von der vorherigen Festnahme und Untersuchungshaft in Cottbus, die insbesondere wegen der Trennung von der damals erst neunjährigen Tochter als einschneidend und unmenschlich empfunden wurde.

Breuer hatte nach Erlebnissen mit Urlaubern aus der Bundesrepublik in Bulgarien 1979 den Eindruck, als DDR-Bürger ein „Mensch zweiter oder sogar dritter Klasse“ zu sein, und stellte insgesamt siebzehn Ausreiseanträge. Als sie einem Freund im Westen ihre privaten Daten gab, in der Hoffnung, ihre Ausreise so zu beschleunigen, wurde sie am 28. Mai 1984 nach Paragraph 99 des Strafgesetzbuches der DDR als „gesellschaftliche Landesverräterin“ und nach Paragraph 219 wegen „Nachrichtenübermittlung an eine fremde Macht“ zu zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Im Mai 1985 wurde Heidrun Breuer von der BRD freigekauft, vier Monate später durfte auch ihre Tochter, die inzwischen elf Jahre alt war und während der Inhaftierung ihrer Mutter bei den Großeltern gelebt hatte, in den Westen ausreisen.

Mehr von Aachener Nachrichten