Aachen/Düren: Hausmeister soll Mieterin vergewaltigt haben

Aachen/Düren : Hausmeister soll Mieterin vergewaltigt haben

Körperliche Gegenleistungen für einen Handwerksdienst soll ein heute 71-jähriger Hausmeister einer Wohnanlage in Merzenich erwartet haben. Laut Anklageschrift soll sich der Mann am 8. August 2016 an eine neue Mieterin herangemacht haben, der er zuvor beim Neuanstrich ihrer alsbald zu beziehenden Wohnung geholfen hatte.

Beim Streichen der Wand blieb es demnach nicht. Laut Anklage wurde der Mann gegen Mittag im Bad des Renovierungsobjektes übergriffig - so massiv, dass daraus eine Anklage wegen vollzogener Vergewaltigung wurde. Das Opfer, eine unter Betreuung stehende, laut eigenen Angaben psychisch labile Frau im Alter von 51 Jahren, berichtete am Dienstag in dem Verfahren vor der 9. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht im Zeugenstand, wie die Tat an diesem Tag abgelaufen sein soll.

Sie wollte demnach bereits seit längerem in das Haus einziehen, in dem auch ihr damaliger Lebensgefährte wohnte. Das schien auch möglich zu sein, bis es zu dem Vorfall im Bad kann. Da habe sie der Hausmeister, berichtete sie am Dienstag mit stockenden, jedoch klaren Worten, von der Diele aus ins Bad gezogen. Mit dem Satz „Bist du lieb zu mir, bin ich lieb zu dir“ habe er ihr den Pullover nach oben geschoben und sie danach ebenso in anderen Regionen bedrängt.

Sie habe sich durch körperlichen Widerstand und sodann letztlich durch die unmissverständliche Aufforderung „Aufhören, aufhören“ gewehrt. Das habe gewirkt, der mutmaßliche Vergewaltiger habe von ihr abgelassen. Dann aber folgten eher irrationale Handlungen, wie sie selbst vor der Vorsitzenden der Kammer, Richterin Judith Höpcke, berichtete.

„Irres Lachen“

Mit zuweilen „irrem Lachen“, so die Zeugin am Dienstag, sei sie als Beifahrerin mit zu einer Pfarrstelle gefahren, in der sie gebrauchte Möbel für ihre Wohnung abholen konnte. Danach habe sie sich von ihren vermeintlichen Helfer in ihre alte Wohnung fahren lassen. Dort habe sie zu einer festen Zeit sein müssen, da es Besichtigungstermine für Nachmieter gab.

Die Fahrt mit ihrem Peiniger im Anschluss an die Tat sei eine Art Übersprungshandlung gewesen, wertete sie das Ganze rückblickend. Erst am Tag darauf habe sie die Sache mit ihrem Freund besprechen können. Der schaltete umgehend die Polizei ein, wo sie alles erzählt habe.

In ihrer Aussage vor der Kammer thematisierte die Frau ohne zu Zögern ihre eigene Krankheit. Auch nach dem Vorfall habe sie wegen starker akuter Depressionen in der Dürener Landesklinik behandelt werden müssen. Die Krankheit sei 1997 aufgeflammt, da sie sich in ihrer Jugend mit einem jahrelangen Missbrauch habe auseinandersetzen müssen. Sie entwickelte eine Psychose und Depressionen, letztere müssten bis heute behandelt werden.

Der angeklagte Hausmeister hatte am Dienstag bei seiner Einvernahme vor der Kammer die Tatvorwürfe vollumfänglich bestritten. An den Anschuldigungen sei nichts Wahres, erklärte sein Anwalt Achim Krop aus Düren gegenüber unserer Zeitung.

Ein Urteil wird für den 30. August erwartet.

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