Kleinhau: Haushalt in der Gemeinde Hürtgenwald ausgeglichen

Kleinhau : Haushalt in der Gemeinde Hürtgenwald ausgeglichen

Die Gemeinde Hürtgenwald wird nach jetzigen Planungen für das Jahr 2018 einen ausgeglichenen Haushalt schreiben — das erste Mal seit Jahren. Der Rat hat die Haushaltssatzung am Donnerstagabend mehrheitlich beschlossen.

Nach Berechnungen des Kämmerers Klaus Kowalke verzeichnet die mit 22 Millionen Euro verschuldete Gemeinde in diesem Jahr gar einen minimalen Überschuss von rund 7000 Euro.

(Schöne) Randnotiz: Es war der letzte Haushalt, den Kowalke geschrieben hatte, bevor er in diesem Jahr in den Ruhestand tritt. Hinzukommt, dass die Kämmerei nach den öffentlich gewordenen Unterschlagungen eines ehemaligen Mitarbeiters nach aktuellen Erkenntnissen von rund 600.000 Euro in den vergangenen fünf Monaten wahrlich nicht im besten Lichte stand. SPD-Fraktionssprecher Heinz Kaumanns lobte in seiner Haushaltsrede vor dem Rat die Arbeit Kowalkes und entschuldigte sich beim Kämmerer, falls die von ihm geäußerte Kritik in dem Fall überzogen gewesen war.

Kaumanns und sein CDU-Pendant Günther Hieke waren sich einig, dass die eingeführte interfraktionelle Haushaltsarbeitsgruppe („Workshop“) ein Schlüssel zum Erfolg des ausgeglichenen Haushalts war. Als Bürgermeister Axel Buch (CDU) das Zahlenwerk am 10. Dezember einbrachte, klaffte noch eine Lücke von mehr als 200.000 Euro — die Fraktionen haben nach intensiver Zusammenarbeit Einsparungen von 297.000 Euro herbeigeführt.

„Der Workshop ist ein sinnvolles Instrument, mit dem Demokratie zielführender gestaltet wird“, betonte Kaumanns. Hieke hielt die Entscheidung, die Arbeitsgruppe einzuführen, für „die beste Enscheidung“, weil es es um die Gemeinde ginge, und nicht darum, der CDU-Mehrheit Stimmen zu garantieren, wie er manche vorherigen Misstöne interpretiert habe.

Die neue Fraktion „Freie Für Hürtgenwald“ (FFH) will für weitere potenzielle Einsparungen in Zukunft neue Wege gehen. Alle drei Mitglieder hatten gegen die Steuererhöhung gestimmt. Ulf Breuer sprach in seiner Rede unter anderem an, den Stellenplan der Gemeinde genauer unter die Lupe zu nehmen — ohne Forderung nach Entlassungen — und „nach Synergieeffekten mit anderen Kommunen“ zu suchen, um manche Ämter gemeinsam zu nutzen. Auch müsse die Gemeinde dafür sorgen, dass mehr Bürger nach Hürtgenwald ziehen. Denn: „Zuzug ist die größte Stellschraube, die wir beeinflussen können.

(cro)
Mehr von Aachener Nachrichten