Nörvenich: Hauptschulgebäude in Nörvenich vor dem Abriss

Nörvenich: Hauptschulgebäude in Nörvenich vor dem Abriss

Die Heizung läuft, wenn auch auf Sparflamme, die Alarmanlage ist weiter scharf geschaltet, um Einbrecher und Vandalen abzuhalten. Ansonsten ist das Gebäude der früheren Hauptschule seit der Schließung am 19. Juli des vergangenen Jahres in einen Dornröschenschlaf gefallen.

Die Suche nach einem Käufer gestaltet sich für die Gemeinde schwieriger als erwartet, erklärt Bürgermeister Hans Jürgen Schüller auf DZ-Nachfrage.

Das Ziel, zwischen Neffelbachaue und Schloß Nörvenich eine multifunktionale Senioreneinrichtung mit altersgerechten Wohnungen sowie ambulanter und stationärer Pflege anzusiedeln, hat die Gemeinde zwar noch nicht aus den Augen verloren, potenzielle Investoren aber gaben bei Gesprächen zu erkennen, dass das 1976 erbaute Schulgebäude für eine derartige Nutzung nicht geeignet ist. „Das Gebäude ist zwar tipptopp in Ordnung“ versichert Schüller, die Zuschnitte der Räume aber würden nicht den Anforderungen an eine moderne Senioreneinrichtung genügen, bekam er immer wieder zu hören.

Oder mit anderen Worten: Interesse am Standort — immerhin handelt es sich um ein Filetgrundstück im Herzen des Ortes — ist vorhanden, nicht aber an dem Gebäude. Und die Gemeinde ist auf einen Investor angewiesen. Finanzielle Mittel, das Areal selbst zu überplanen, stehen der finanziell angeschlagenen Kommune nicht zur Verfügung.

Es zeichnet sich daher ab, dass das Hauptschulgebäude wohl abgerissen werden muss. Schüller spricht von Kosten zwischen 300.000 und 350.000 Euro. Zwei Szenarien wären denkbar: Entweder übernimmt der Investor den Abriss oder die Gemeinde.

Eines ist in beiden Fällen klar: „Wenn man diese Kosten vom Grundstückspreis abzieht, bleibt nicht mehr viel übrig“, betont der Bürgermeister, der für jede neue Idee einer künftigen Nutzung offen ist. Die Hoffnung der Politik, mit dem Erlös aus dem Verkauf der Hauptschule neuen finanzpolitischen Spielraum zu erlangen, dürfte damit wie eine Seifenblase platzen.

Dass das Gebäude in der Bilanz der Gemeinde mit mehr als vier Millionen Euro zu Buche steht, bleibt ein theoretischer Wert. In der Praxis, das haben die Gespräche gezeigt, ist eine derart hohe Summe auch nicht nur ansatzweise zu erzielen. Und weil die Gemeinde Nörvenich mit diesem Problem nicht alleine ist, hat die Landesregierung die haushaltsrechtlichen Rahmenbedingungen gelockert. „Wir dürfen jetzt auch zu einem deutlich geringeren Preis verkaufen“, erläutert Schüller.

Der Bürgermeister ist daher zuversichtlich, noch in diesem Jahr eine Lösung präsentieren zu können. Noch gefährden die laufenden Betriebskosten für Heizung, Alarmanlage und Ähnlichem von jährlich rund 37.000 Euro den bis 2021 laufenden Sanierungsplan der Gemeinde nicht. Ab 2015 aber muss diese Summe eingespart werden.