Vorlesewettbewerb: Hanna Kosmann liest sich in die nächste Runde

Vorlesewettbewerb : Hanna Kosmann liest sich in die nächste Runde

„Eigentlich fällt mir das Lesen von fremden Texten leicht“, sagt der elfjährige Leon Peters. „Ich kann mich immer schnell in die Figuren hineinversetzen, manchmal schon wenn ich nur das Bild auf dem Einband sehe.“

Trotzdem, gibt der Schüler zu, war er nervös, als er beim Vorlesewettbewerb in der Kinder- und Jugendbücherei im Haus der Stadt an der Reihe war. „Aber wenn man es hinter sich hat, ist es ein tolles Gefühl“, fügt er hinzu.

Zum 60. Mal fand der Wettbewerb des Deutschen Buchhandels für den Südkreis Düren statt. Unterstützt wird er vom Spielpädagogischen Dienst des Jugendamtes, der Stadt Düren und der Stadtbücherei. Insgesamt zwölf Schüler aus den sechsten Klassen verschiedener Dürener Schulen zeigten in zwei Runden ihr Talent im lauten Vorlesen. Zum warm werden präsentierten die jungen Leseratten zunächst ein selbst ausgesuchtes Buch.

Bela Löhr liest eigentlich am liebsten Abenteuerbücher, hat aber für den Vorlesewettbewerb ganz bewusst ein lustiges Buch ausgesucht. „In der Geschichte hat die Oma das Internet kaputt gemacht – also das ganze“, erklärt er. „Plötzlich haben alle ganz viel Zeit etwas miteinander zu machen und es gibt viel zu lachen.“ Zur Vorbereitung auf den Wettbewerb, hat der 11-Jährige das Buch zu Hause bereits mehrmals laut vorgelesen. Für sich selbst, sagt Bela, liest er aber lieber leise.

In der zweiten Runde mussten sich die Jugendlichen dann an einem unbekannten Text beweisen. Dies ist traditionell die Königsdisziplin des Wettbewerbes, denn Stolperer zu vermeiden und dann noch die richtige Stimme für jede Figur auszusuchen, ist keine leichte Aufgabe. Wer dies am besten umsetzen konnte, entschied die sechsköpfige Jury.

Organisatorin Imke Grenzdörffer, die Vorlesepatinnen Angelika Surma und Gertie Dolfen, die Vorjahressiegerin Eliana Holt, sowie Michael Treubig und Kuni Nellessen von der Kinder- und Jugendbücherei zogen sich am Ende zur Beratung zurück. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, sagt Imke Grenzdörffer. „Viele haben heute sehr gut gelesen. Am Ende haben wir den Sieger per Abstimmung ermittelt.“

Geschafft hat es die elfjährige Hanna Kosmann vom Burgau Gymnasium. „Ich konnte es gar nicht so richtig glauben“, berichtet sie nach der Siegerehrung. „Ich hätte nie gedacht, dass ich gewinne. Alle hätten es verdient gehabt, hier waren so viele gute Vorleser dabei.“ Am Lesen, sagt sie, liebt sie besonders das Eintauchen in andere Welten. Als Gewinnerin im Südkreis Düren wird Hanna nach den Osterferien in der nächsten Runde in Bonn antreten. „Ich freue mich darauf“, sagt sie. „Aber gleichzeitig bin ich auch nervös.“

Wie bei Olympia gilt auch beim Vorlesewettbewerb: Dabei sein ist alles. So waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sichtlich stolz, ihre Urkunden und Präsenttüten entgegen nehmen zu können. Die Lust am Lesen wird ihnen wohl so schnell nicht vergehen.

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