Düren: Handtaschenweitwurf im Schenkel-Schoeller-Stift

Düren : Handtaschenweitwurf im Schenkel-Schoeller-Stift

Dass die Dürener ein Faible für exotische Sportarten haben, ist bekannt. Auf der Annakirmes kämpft man um Weltmeisterehren, indem man Kirschkerne möglichst weit spuckt. Und wer im Dezember keine Lust verspürt, seinen Weihnachtsbaum zu schmücken, der geht zu den St. Anna-Schützen nach Berzbuir und wirft ihn dort weg — natürlich auch möglichst weit, weil man sich dann in die Siegerliste der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Weihnachtsbaum-Weitwurf eintragen kann.

Hinzu kommt, dass viele Dürener Mitleid mit ihren Quietscheentchen verspüren, ihnen der Auslauf in der heimischen Badewanne fürs Entchen nicht reicht und man fleißig fürs große Entenrennen in der Rur trainiert. Jetzt kommt eine neue, längst überfällige, Sportart auf die Dürener zu: die Handtaschenweitwurf-Meisterschaft im Niederauer Schenkel-Schoeller-Stift.

So ganz neu ist die Aktion freilich nicht, gesteht Hans-Joachim Thiem, Leiter der Einrichtung: „Anfangs war das bei unserem Sommerfest immer eine Gaudi, jetzt wird es eine Gaudi mit Struktur.“ Soll heißen: Es wird eine richtige Meisterschaft und gibt auch einen Pokal zu gewinnen.

Dass „die Dürener jeck genug sind, so etwas mitzumachen“, habe sich schon auf den vergangenen Sommerfesten gezeigt, sagt Thiem. Dem wird man nun Rechnung tragen und einen richtigen Parcours aufbauen. „Das wird so sein wie beim Kugelstoßen“, erläutert Thiem, der übrigens selbst an der Meisterschaft nicht teilnehmen wird — „natürlich nur aus Wettbewerbsgründen“, wie er schmunzelnd verrät.

Bei den letzten Festen wurden schon Weiten von 15 bis 17 Meter erzielt, wer also einen Rekord aufstellen will, muss noch schnell ins Training einsteigen, denn das Sommerfest im Schenkel-Schoeller-Stift startet bereits an diesem Sonntag. Die Handtaschen werden übrigens gestellt.

Für Kinder gibt es ein leichteres Wurfgeschoss, das für die Erwachsenen ist etwas schwerer. Alle Teilnehmer dürfen ausschließlich die Handtasche des Veranstalters nutzen, damit die Wurfweiten auch vergleichbar sind.

„Bei den Zuschauern erfreut sich der Wettbewerb großer Beliebtheit“, sagt Thiem, der mangels eigener Weitwurferfahrungen Anfängern leider nur wenig Tipps geben kann. „Wir wissen auch noch nicht, ob Frauen die bessere Wurftechnik besitzen und damit im Vorteil sind. Das müssen wir erst noch untersuchen“, ergänzt er.

Wer sein Können selbst testen will, hat dazu am Sonntag, 2. September, ab 14.30 Uhr im Schenkel-Schoeller-Stift, Von-Aue-Straße 7, in Niederau die Gelegenheit. Das Sommerfest startet um 11.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Zusätzlich gibt es ein buntes Rahmenprogramm mit Kutschfahrten, Musik, kulinarischen Genüssen, Trödelständen und Informationsangeboten.

(bugi)
Mehr von Aachener Nachrichten