Düren: Hamburger Investor stellt Pläne für die Stadthalle vor

Düren: Hamburger Investor stellt Pläne für die Stadthalle vor

So viele Besucher hat eine Ausschusssitzung des Dürener Rates lange nicht gehabt. Zirka 60 Interessierte waren in die Aula des Burgau-Gymnasiums gekommen, um zu hören, was aus der alten Dürener Stadthalle werden soll.

Wie die „DN” bereits vergangene Woche berichteten, ist ein neuer Projektentwickler für das Grundstück an der Bismarckstraße aufgetaucht. Sein Plan: Bau eines Hotels samt Geschäftshaus.

Am Dienstag stellte eine Hamburger Immobilien-Gesellschaft Einzelheiten vor - gemeinsam mit einem in Wiesbaden tätigen Architekten. Das Wichtigste: Auf einer Fläche von rund 4800 Quadratmetern sollen sich Geschäfte ansiedeln. Den größten Teil soll ein Sportmarkt einnehmen, der eine gewisse Magnetwirkung haben soll. Das Hotel, womöglich ein Drei-Sterne-Haus, wird nach jetzigen Planungen über rund 130 Zimmer verfügen. Wichtig ist den Projektentwicklern die Einbeziehung des Theodor-Heuss-Parkes. Die Grünlage soll Hotelgästen und Kunden des Geschäftshauses Möglichkeiten zum Verweilen bieten, unter anderem durch Gastronomie. „Das Shoppen soll ein Erlebnis sein”, sagte Architekt Jürgen C.B. Willen.

Bei dem Einkaufskomplex handelt es sich nicht um eine geschlossene Mall. Das Haus soll mit einer Passage durchschnitten sein. Zur Bismarckstraße hin ist im Erdgeschoss eine Schaufensterfront geplant. Auf der ersten Etage gibt es weitere Geschäfte, zudem Wellnessangebote und Gastronomie. Welche Geschäfte kommen sollen, steht nicht fest. Marco Schiff von der AWW Immobilien AG Hamburg: „Wir müssen verhandeln.” Es gebe aber genügend Interessenten und Bedarf. Schiff nannte als Beispiele eben einen großen Sportmarkt und einen Herrenausstatter. Allerdings machte der Projektentwickler auf eine Schwierigkeit aufmerksam: Da es derzeit noch kein Baurecht gebe, gestalteten sich Verhandlungen schwerer. Schiff geht davon aus, dass bereits in einem Jahr die Genehmigung zum Bau vorliegen könnte. „Ein ehrgeiziges Ziel”, sagte dazu Stefan Weschke, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses.

Denn es müssen einige Hürden genommen werden. Unter anderem muss der Denkmalschutz fallen, außerdem muss sich die Stadt mit dem jetzigen Eigner des Grundstückes einigen. Dabei handelt es sich um das Unternehmen, dass eigentlich ein Hotel an der Bismarckstraße realisieren wollte. Vor einer Baugenehmigung werden die Bürger beteiligt und können Einwände vorbringen. Theoretisch kann es bei solchen Projekten auch Klagen geben.

Über die Investitionssumme schwieg sich der Investor aus. Sie hinge davon ab, wie letztlich die Ausstattung des Komplexes sei. Es ginge um einen „deutlichen zweistelligen Millionenbetrag”, so Marco Schiff.

Auf dem Areal soll es eine Tiefgarage geben, die zweigeschossig 280 Parkplätze bieten wird. Die Planer gehen davon aus, dass die Gastronomie auch nach Geschäftsschluss geöffnet sein kann, weil kaum Anwohner in der Nähe sind. Als vorteilhaft wird überdies gesehen, dass in der Nachbarschaft drei Schulen mit 2500 Jugendlichen liegen. Äußerlich soll das Gebäude modern wirken. Die Dynamik, die früher das Innere der Stadthalle auszeichnete, solle nach außen gekehrt werden, heißt es.

Unter dem Strich gab es am Dienstag im Ausschuss positive erste Reaktionen. Wichtig war der Politik die Frage, welche Geschäfte einziehen würden. „Es muss ein Mix sein”, sagte Architekt Willen, Läden, die die Angebote im Stadtzentrum möglichst ergänzen.

Das Hotel wird sich auf rund 3900 Quadratmetern ausdehnen. Die Investoren sehen in Düren den Bedarf und auch interessierte Betreiber. Insgesamt soll das Projekt den Standort Düren festigen, „sonst würden wir außerhalb der Stadt auf der Grünen Wiese bauen wollen”, sagte Architekt Jürgen C.B. Willen.

Decathlonals Anker im neuen Shoppingcenter?

Im Zusammenhang mit den neuen Plänen für die Stadthalle ist die Ansiedlung des Sportartikelkonzerns Decathlon im Gewerbegebiet „Im Großen Tal” zu sehen. Am Dienstag wurde im Ausschuss ein Gutachten vorgestellt, das Vor- und Nachteile abwägen soll. Fazit: Wenn das französische Unternehmen käme, gäbe es erhebliche Umsatz-Verteilungen in Düren, aber auch in der Region, bis nach Köln und Aachen. Decathlon will allein in Düren zehn Millionen Euro umsetzen.

Da in den Geschäftskomplex an der Stadthalle ein großer Sportmarkt einziehen soll, wird auch Decathlon gehandelt. Das scheint weiten Teilen der Politik weitaus besser zu gefallen als ein Standort Gewerbegebiet. Decathlon müsste sich aber dann mit weniger Verkaufsfläche begnügen. Kämmerer Sievers sagte, der Konzern solle sich intensiv mit einer Ansiedlung an der Stadthalle beschäftigen, wenn er nach Düren wolle.