Heimbach/Düren: Haft oder Therapie? Drei junge Männer wegen Einbruchs verurteilt

Heimbach/Düren : Haft oder Therapie? Drei junge Männer wegen Einbruchs verurteilt

Ziemlich naiv sind drei junge Männer vorgegangen, die zwischen Weihnachten und Neujahr 2017 in Hasenfeld offenbar spontan zu Wohnungseinbrechern geworden sind. Sie wurden wenig später erwischt und am Dienstag vor dem Dürener Schöffengericht verurteilt.

Der Älteste von ihnen, ein 23-Jähriger aus Mechernich, hatte die Idee, nach Heimbach zu fahren, um dort von einem Ferienhaus die Kupfer-Dachrinnen zu stehlen. Der Erlös aus dem Verkauf war nach eigenem Bekunden für Cannabis bestimmt. Denn nach zunächst erfolgreicher Drogentherapie war der junge Mann rückfällig geworden, weil seine Freundin sich von ihm getrennt hatte.

Für die Tour nach Heimbach brauchte er jedoch einen Fahrer, den er in seinem ein Jahr jüngeren Freund fand. Dieser hatte zwar keinen Führerschein, was die jungen Männer zunächst nicht störte, sondern nur später vor Gericht eine Rolle spielte. Beim Start in Mechernich fiel den Kumpanen ein, dass sie noch Werkzeug benötigten, das sie sich bei einem weiteren 22-jährigen Freund besorgen wollten. Der wiederum zögerte offenbar nicht lange und wurde ebenfalls spontan zum Mittäter.

Im Ortsteil Hasenfeld hat der Drahtzieher der Tat nach eigenem Geständnis eine Wohnungstür und ein Fenster aufgehebelt und sich dann an der Kupfer-Dachrinne zu schaffen gemacht. Derweil machten die beiden jüngeren Männer in den Ferienwohnungen „lange Finger“. Dabei fielen ihnen eine ältere Stereo-Anlage, ein Tablet-PC, ein Grillbesteck, eine Stehlampe sowie ein Nachtsichtgerät in die Hände — Wert nach Angaben des Bestohlenen: etwa 150 bis 200 Euro.

100 Sozialstunden

In der Nachbarwohnung blieb der Wert der Beute ebenfalls überschaubar, denn neben einem Flachbild-Fernseher packten die Täter an jenem Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr noch drei Elektrowerkzeuge (Akku-Schrauber, Winkelschleifer und Stichsäge) ein. Mitnehmenswert waren für sie allerdings noch die schweren Zapfen zum Aufziehen der Kuckucksuhr. Vor Gericht entschuldigten sich die drei jungen Männer bei ihren Opfern und boten an, persönlich anzupacken, falls etwas in Ordnung zu bringen sei.

Das Dürener Schöffengericht verurteilte die beiden 22 Jahre alten Männer zu jeweils einem Jahr Freiheitsstrafe, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird. Allerdings haben sie unter anderem jeweils 100 Sozialstunden zu leisten.

Der Drahtzieher der Tat, der vom 29. Dezember bis zur jetzigen Gerichtsverhandlung dreieinhalb Monate in U-Haft saß, wurde zu einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Das Gericht billigte ihm bereits zu, anstelle der Haft auch eine Drogentherapie zu absolvieren. Darum müsse er sich aber selbst kümmern, und zwar, wie die Vorsitzende Richterin deutlich machte, „ziemlich schnell“.

(hp)