Düren: Händler wollen den Dürener Marktplatz selbst schrubben

Düren : Händler wollen den Dürener Marktplatz selbst schrubben

Langsam ziehen die Mitarbeiter der Reinigungsfirma den Spezialhochdruckreiniger über den Marktplatz. Heißer Wasserdampf und ein geringfügiger Zusatz eines biologisch abbaubaren Reinigungsmittels reichen aus, um das Gros der Verschmutzungen zu lösen. Eine schwarze Brühe kommt zum Vorschein, die sofort abgesaugt wird, so dass das helle Pflaster wie neu erscheint.

Im Auftrag der städtischen Bauverwaltung hat der Dürener Service Betrieb am Freitag die gröbsten Verunreinigungen auf dem im vergangenen Jahr für mehr als zwei Millionen Euro umgestalteten Marktplatz noch einmal beseitigen lassen. In Zukunft aber sollen die Nutzer selbst, allen voran die Wochenmarktbeschicker, für die Säuberung sorgen, erklärt Baudezernent Paul Zündorf, „Wir haben uns mit den Vertretern der Händler darauf verständigt, dass sie nach dem Ende des Wochenmarktes zu Schrubber und Eimer greifen werden“, betont Zündorf. Dafür soll eigens eine Wasserzapfsäule auf dem Marktplatz eingerichtet werden. „Bis diese aufgebaut ist, werden wir ein Standrohr aufstellen“, kündigt Zündorf an.

Hintergrund: Vor allem innerhalb der Obst- und Gemüsestände bilden sich regelmäßig dunkle Laufwege, weil während des Marktes immer wieder Obst und Blätter zu Boden fallen. Wenn dann Verkäuferinnen darüber laufen, entsteht eine schwarze Schmutzschicht, die sich aber leicht wieder entfernen lässt. Auch die Imbissbetreiber werden in die Pflicht genommen, kündigt Zündorf an.

Sollten sich die Marktbeschicker nicht an die freiwillige Selbstverpflichtung halten und weiterhin starke Verschmutzungen hinterlassen, werde die Stadt die Flächen ihrerseits reinigen lassen und die Kosten den Händlern in Rechnung stellen, kündigt Zündorf an. Entsprechende Auflagen sollen im Übrigen auch alle sonstigen Nutzer des Marktplatzes erhalten, unter anderem die Gastronomen beim Schlemmermarkt.

25 Euro für eine Zigarettenkippe

„Und mit dem Amt für Recht und Ordnung haben wir vereinbart, dass der Sicherheits- und Ordnungsdienst ab sofort noch intensiver und auch mit Zivilstreifen darauf achten wird, dass Kaugummis nicht auf das Pflaster gespuckt werden“, betont der Baudezernent weiter. Wer erwischt werde, muss wie für das Wegschnippen einer Zigarettenkippe 25 Euro bezahlen.

Noch nicht gelöst ist das Problem der Pflasterverschmutzungen im Bereich der Außengastronomie, wo immer mal wieder fettiges Essen zu Boden fällt. Aber auch mit den Café-Betreibern soll noch gesprochen werden, wie Manfred Berger vom Tiefbauamt versichert. „Wir wollen das Problem im Dialog lösen.“

Die Pflastersteine seien zwar speziell geschliffen und oberflächenbehandelt, die von der Industrie werbewirksam vermarktete Impräg-nierung aber sei weder UV-beständig noch würde sie der ständigen Belastung standhalten, erklärt Berger. Gebrauchsspuren auf dem hellen Pflaster seien daher nicht gänzlich zu vermeiden. Das aber wurde bei der Umgestaltung des Marktplatzes bewusst in Kauf genommen, weil ein dunkleres Pflaster auch trister wirken würde, betont Zündorf.

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