Düren: „Gutes Tennis ist in Düren immer sehr gefragt“

Düren : „Gutes Tennis ist in Düren immer sehr gefragt“

„Düren ist eine tennisbegeisterte Stadt“, sagt Kuno Stirnberg (74), Jugendwart des Tennisverbands Mittelrhein und einer der Organisatoren des Internationalen U 14-Tennisturnieres an der Rur. In gut einer Woche messen sich bereits zum fünften Mal die Tennis-Cracks von morgen bei diesem Wettkampf.

Im Gespräch mit „DN“-Mitarbeiterin Sandra Kinkel erzählt Stirnberg, warum Düren für das Nachwuchsturnier ein gutes Pflaster ist und inwiefern die Rurstadt von der Veranstaltung mit mehr als 250 Teilnehmern profitiert.

Kuno Stirnberg ist Jugendobmann beim Tennisverband Mittelrhein. Foto: kin

Warum ist das Turnier von Köln nach Düren gekommen?

Kuno Stirnberg: Erste Station dieses Nachwuchsturniers war Brühl. Danach ist der Wettbewerb erst nach Köln gekommen. Grund für die beiden Wechsel war jeweils die Tatsache, dass Sponsoren abgesprungen sind. Es wird immer schwieriger, Sponsoren zu finden. Das ist zum Glück in Düren gelungen. Darüber hinaus ist Düren eine sehr tennisbegeisterte Stadt.

Woran machen Sie das fest?

Stirnberg: Zum Beispiel an der Dürener Tennisstadtmeisterschaft. Eine vergleichbare Veranstaltung mit so vielen Teilnehmern und so vielen Besuchern suchen Sie im gesamten Tennisverband Mittelrhein vergeblich. Gutes Tennis ist in Düren immer sehr gefragt. Das ist einfach so.

Wie teuer ist das U 14-Turnier?

Stirnberg: Das Turnier kostet eine kleine sechsstellige Summe, die komplett mit Hilfe von Sponsoren finanziert wird. Es fließen keine öffentlichen Mittel in dieses Turnier. Das ist uns auch ganz wichtig.

Warum ist das so teuer? Bekommen die jungen Spieler schon Preisgelder?

Stirnberg: Nein, Preisgelder gibt es keine. Das wäre auch viel zu früh. Aber die Unterbringung und Verpflegung von 256 Spielern aus 53 Ländern und sechs Kontinenten muss gezahlt werden und auch die Anfahrt nach Düren. Die Teilnehmer unseres Wettbewerbs spielen im Augenblick eine Serie von fünf Turnieren in Europa und kommen aus Paris nach Düren. Diese Reisekosten müssen wir finanzieren.

Klingt nach jeder Menge Aufwand und zwar nicht nur finanziell.

Stirnberg: Ja, aber der Tennissport und die Stadt profitieren auch sehr stark von dem Turnier.

Inwiefern?

Stirnberg: Es ist für junge Tennisspieler ein Anreiz zu sehen, was alles möglich ist, wenn man viel und fleißig trainiert. Die Teilnehmer unseres Turniers und deren Coaches sind Jugendherberge in der Nideggen untergebracht, aber alle, die mitkommen, also beispielsweise Eltern und Geschwister, schlafen in Hotels im Kreis Düren.

Profitieren auch die Tennisclubs in der Region?

Stirnberg: Das ist schwer zu sagen und vor allen Dingen auch kaum messbar. Der Tennisverband Mittelrhein hat 80 000 Mitglieder, etwa ein Drittel davon sind Jugendliche. In den vergangenen Jahren hatten wir einen leichten Anstieg unserer Mitgliederzahlen um 0,6 Prozent. Das ist nicht viel, aber immerhin konnten wir den Abwärtstrend und die sinkenden Mitgliederzahlen stoppen.

Warum ist Tennis nicht mehr so populär?

Stirnberg: Sinkende Mitgliederzahlen in Vereinen sind kein spezifisches Problem des Tennissports. Dabei spielt vermutlich eine entscheidende Rolle, dass große Tennisveranstaltungen — anders als zu Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf — nicht mehr im Fernsehen übertragen werden.

Wie zufrieden sind Sie mit den Zuschauerzahlen beim U 14-Turnier in Düren?

Stirnberg: In den vergangenen Jahren sind am Wochenende schon um die 500 Zuschauer da gewesen, um sich die Spiele anzugucken. Damit sind wir schon ganz zufrieden. Natürlich würden wir uns mehr Zuschauer wünschen. Das ist übrigens ja auch der Grund, warum der Eintritt zu den Spielen frei ist. Ich bin neulich bei einem Tennis-Bundesliga-Spiel in Köln gewesen mit mehr als 2000 Zuschauern. Das ist natürlich eine tolle Atmosphäre. In diesem Jahr spielt der Sohn von Björn Borg in Düren. Das lockt vielleicht auch den ein oder anderen Zuschauer.

Kommt Björn Borg denn auch?

Stirnberg: Das weiß ich nicht, aber ich glaube nicht.