Düren: Gute Schule 2020: Was passiert mit den Millionen in Düren?

Düren : Gute Schule 2020: Was passiert mit den Millionen in Düren?

Das hatte sich die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft schön gedacht: Ein paar Monate vor der Landtagswahl im Mai 2017 beglückte die rot-grüne Landesregierung NRW mit dem Programm „Gute Schule 2020“, ein Förderprogramm in Höhe von 2 Milliarden Euro.

Die Kommunen sollten damit in die Lage versetzt werden, in Schule und Bildung zu investieren. Eine Stadt wie Düren erhält 11,5 Millionen Euro, das Geld ist geschenkt und kann nach Wünschen der Politik und Verwaltung eingesetzt werden. Was ist bisher passiert, welche Planungen gibt es?

Das Rathaus hat im April vergangenen Jahres in Abstimmung mit der Politik eine Liste mit Investitionsvorhaben vorgelegt. Von den 11,5 Millionen, die das Land für die Stadt bereithält, sind 2 Millionen für die Digitalisierung vorgesehen. Die Hälfte geht in die Infrastruktur. Längst nicht alle Dürener Schulen sind mit WLAN-Anschlüssen ausgestattet, um das Internet nutzen zu können. Vor allem bei den Grundschulen gibt es Lücken. Von den weiterführenden Schulen fehlen laut Schulamtsleiter Dirk Keimes nur das Stiftische Gymnasium und die Hauptschule Birkesdorf.

Die andere Hälfte des Geldes ist für die sogenannte Medieninfrastruktur vorgesehen, zum Beispiel für die Ausstattung mit Tablets oder elektronischen und internetfähigen Tafeln. Die weiterführenden Schulen sind von der Stadt angeschrieben worden, um einen Fragebogen zu beantworten, aus dem ihre Vorstellungen hervorgehen. Die Ergebnisse sollen ab März ausgewertet werden, sagt Keimes. Dürens Politiker haben sich aus diesem Prozess bisher weitgehend herausgehalten, sowohl die „Ampel“-Koalition als auch die CDU. „Wir wollen die Beratungsergebnisse der Schulen abwarten“, sagt Sozialdemokrat Ulf Opländer, Vorsitzender des Schulausschusses.

Zwei Kräfte eingestellt

Um Schulgebäude mit der Landesförderung um- und ausbauen zu können, hat das Gebäudemanagement der Stadt im Herbst zwei Kräfte eingestellt. Anders wären die Projekte nicht zu planen und managen, sagt Amtsleiter Helmut Harperscheidt. Die Gehälter der neuen Kollegen können freilich nicht aus dem Landestopf bezahlt werden. Laut Harperscheidt will die Stadt in diesem Jahr 3,6 und 2019 rund 3,5 Millionen Euro einsetzen. So sind für die Erweiterung der Realschule Wernersstraße 1,3 Millionen Euro vorgesehen, die Bonifatius-Grundschule kann mit 520.000, die Martin-Luther-Grundschule mit 600.000 Euro rechnen.

Für die Sanierung der Turnhalle am Rurtal-Gymnasium plant die Stadt aus dem Förderprogramm „Gute Schule 2020“ mit 540.000 Euro. 600.000 Euro sollen 2018 und 2019 in die Dachsanierung des Burgau-Gymnasiums gesteckt werden. Dazu kommen zahlreiche kleinere Einzelmaßnahmen. Insgesamt hat die Stadt 67 Projekte aufgelistet.

Hannelore Kraft, SPD, hat das große Geschenk an die Kommunen pünktlich vor der Wahl nichts mehr genutzt. Sie und ihre Regierung sind dennoch abgewählt worden. Kraft grüßt seitdem als Ministerpräsidentin a.D..

Mehr von Aachener Nachrichten