Gürzenich: Begegnugscafé mit Flüchtlingen und Einheimischen

Begegnungscafé in Gürzenich : Weil Gespräche Vorurteile abbauen

Miteinander in Kontakt treten, sich kennenlernen und austauschen – dieser Absicht folgt das „Begegnungscafé“ im Jugendzentrum Gürzenich, bei dem am Wochenende rund 70 Flüchtlinge verschiedener Nationen auf Einheimische trafen.

Aber nicht nur Gürzenicher Bürger, sondern auch alle anderen Interessierten waren von der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Elisabeth Düren West am Samstagnachmittag zu diesem Treffen eingeladen worden. „Bei uns ist jeder willkommen“, erkärte Gemeindereferentin Brigitte Salentin. Ein Organisationskreis von fünf Mitgliedern der GdG hatte die Veranstaltung erstmals vor vier Jahren mit der Flüchtlingsunterkunft in Gürzenich-Wald initiiert. Hinzu kamen etwa 15 ehrenamtliche Helfer.

Seitdem findet ein solches Treffen alle paar Monate statt. Mit Bussen des Malteser Hilfsdienstes, Träger der Unterkunft, wurden die Flüchtlinge zum Jugendzentrum gebracht. Auch andere Flüchtlingsfamilien, die nicht in Gürzenich-Wald untergebracht sind, fanden den Weg zum Begegnungscafé. In lockerer Atmosphäre wurde sich angeregt unterhalten.

„Es ist ein Zusammentreffen, dass den Kontakt zwischen den verschiedenen Kulturen herstellen soll“, sagte Brigitte Salentin. „Die Flüchtlinge im Camp werden zwar gut betreut, sind aber hauptsächlich unter sich.“ Das wurde auch von Seiten der Flüchtlinge bestätigt: „Die Leute vom Malteser Hilfsdienst sind sehr engagiert. Hier aber haben wir die Gelegenheit, die Einheimischen richtig kennenzulernen und uns auszutauschen“, erzählte ein 26-jähriger Afghane, der seit fünf Monaten in Deutschland ist. Vor Ort waren am Samstag Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten, afrikanischen Ländern, der Türkei, Russland und vielen weiteren Nationen – eine breite kulturelle Spannweite.

Manuel Schumacher, Leiter der Kleinen Offenen Tür, der Jugendarbeit des Gürzenicher Gemeindezentrums, nahm mit einigen Kindern und Jugendlichen ebenfalls an dem Treffen teil. „Wir sind zum ersten Mal hier. Wir wollen mit den Leuten in Kontakt treten – und ich denke, dass man aus den Gesprächen so Einiges mitnehmen kann.“

In der Vergangenheit fanden auch Treffen statt, bei denen gemeinsam gebastelt wurde oder auch das Spielmobil „Schneller Emil“ für Unterhaltung sorgte. Brigitte Salentin: „Für das Begegnungscafé wenden wir uns regelmäßig an verschiedene Vereine, die uns unterstützen und das Programm mitgestalten.“ 

Für gute Unterhaltung sorgte diesmal ein Auftritt der Tänzerinnen der Dürener Tanz- und Ballettschule Brigitte Pahlke. Eine Ballettgruppe sowie ein Hip-Hop-Crew zeigten ihr Können – und erhielten begeisterten Applaus.

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