Gey: Gruppe aus Ehrenamtlern macht Gey „frühlingsfit“

Gey : Gruppe aus Ehrenamtlern macht Gey „frühlingsfit“

Das Erbe, das Paul Bolz angetreten hat, ist eines der schwersten in der Gemeinde Hürtgenwald. Seit November ist Bolz Ortsvorsteher von Gey. Sein Vorgänger war kein geringerer als Helmut Rößeler, der Anfang September 2017 verstorben ist. „Helmut war der Urvater von Gey“, sagt Bolz demütig. „Das zu erreichen, was er alles für den Ort geleistet hat, ist nicht möglich.“

Nach gut einem halben Jahr ist Bolz aber in die Position hineingewachsen, sagt er. Und er hat sich quasi Verstärkung geholt: Anfang März hat sich „Aktiv für Gey“ gegründet, eine Gruppe aus gut 20 Personen, die so allerlei Aufgaben im rund 1800 Einwohner großen Ort übernehmen.

Paul Bolz ist seit November als Geyer Ortsvorsteher der Nachfolger von Helmut Rößeler. Foto: Rose

Die Verschönerung des Kirchpädschens Anfang des Monats war eines der Projekte, die im Laufe der Zeit angefallen waren. Mehr als 150 Meter Holzzaun an dem Weg zur Kirche hat die Gruppe „frühlingsfit“ gemacht. „Mit der Gruppe ging das wie beim Kühemelken: je mehr anpackten, desto schneller ging es“, erzählt Bolz. Initiator dieses Weges war übrigens: Helmut Rößeler.

Ideengeber zur Gründung von „Aktiv für Gey“ war Jakob Poll von den Alten Herren des BSV — aus einer Bierlaune heraus. Ursprünglich sollte nur eine Webseite mit allen Vereinen aus Gey erstellt werden, damit Termine und Veranstaltungen für alle auf unkompliziertem Wege ersichtlich sind. Schnell stand dann die Gruppe, schnell war auch die erste Aufgabe gefunden: die Säuberung des Tennisplatzes. Es folgten Dorfplatz, Bachlauf und Kriegerdenkmal.

Demnächst sind der Parkplatz an der Grillhütte und der Platz um den Papiercontainer an der Reihe, der oftmals — wohl auch von Ortsfremden — zugemüllt wird. „Das sind alles kleine Sachen, aber der Ort wird dadurch schöner“, sagt Bolz. „Wir wollen als Gruppe aber nicht nur für den Ort, sondern auch für ihre Menschen da sein, soweit wie es möglich ist.“

Sanierung der Mehrzweckhalle

Ein Großprojekt hat die Gruppe auch schon im Visier: die Sanierung der Mehrzweckhalle, die schulisch, von den Vereinen und als Begegnungsstätte genutzt wird. Das Gebäude wurde 1974 erbaut, Wünsche auf nötige Sanierungen haben die Vereine immer mal wieder geäußert. Jetzt aber wird es konkret. Großen Anteil daran hat Jochen Valder: Er hat federführend dafür gesorgt, dass alle Schwachstellen aufgelistet werden. Die größte ist das Dach. Ein Antrag samt 33-seitigem Konzept wird am 26. April im Gemeinderat behandelt. Gibt der dem Antrag statt — was als sehr wahrscheinlich gilt, zudem — geht das Thema in die jeweiligen Ausschüsse. Wer etwas schwarz auf weiß der Politik vorlegt, der wird eher gehört.

Die Chancen auf die erhoffte Sanierung stehen besser als je zuvor, betont der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Stefan Grießhaber. Die Gemeinde erhält in den kommenden drei Jahren Landeszuschüsse für Investitionen in Höhe von 280.000 Euro. Diese Förderung ist angelehnt an das Programm „Gute Schule 2020“.

Von dem konnte die Mehrzweckhalle, obwohl sie schulisch genutzt wird, nicht profitieren, weil sie nicht zum Schulgebäude gehört. Bei dem neuerlichen Programm ist das anders geregelt. „Ob und wie viel Geld in das Projekt Mehrzweckhalle fließen könnte, muss jedoch noch beschlossen werden“, erklärt Grießhaber. Wenn der Haushalt für das laufende Jahr in Kürze beschlossen wird, werden wahrscheinlich im Sommer die ersten Arbeiten an der Halle beginnen.

Die 50.000 Euro teure Sanierung der Duschanlagen war jedoch unabhängig von „Aktiv vor Gey“ in der Vergangenheit schon beschlossen worden. Grießhaber geht hingegen nicht davon aus, dass mit der Sanierung des Daches und weiteren Teilen der Halle vor 2019 begonnen wird. Dafür dauern solche Prozesse mit den jeweiligen Ausschreibungen zu lange. Aber gewiss ist: „Wenn es soweit ist, stehen wir bereit und packen auch mit an“, betont Paul Bolz im Namen von „Aktiv für Gey“.

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