Grundstein für ein einzigartiges Projekt im Prym-Park Düren gelegt

Erste „Cohousing-Siedlung“ der Region in Düren : Grundstein für ein einzigartiges Projekt im Prym-Park gelegt

Die „unendliche Geschichte“ ist in der Realität angekommen. Es tut sich was im Prym-Park, dem Gelände an der Zülpicher Straße, auf dem die erste „Cohousing-Siedlung“ der Region entstehen soll. Die Baugruppe „Wir mittendrin im Prym-Park“ hat den Grundstein für ein Mehrfamilienhaus mit 46 Wohneinheiten und zusätzlichen Gemeinschaftsräumen gelegt.

Bei der Grundsteinlegung konnten sich mehr als 100 Gäste von den ersten Konturen des Projekts überzeugen.

Schon Ende der 80er Jahre im vorigen Jahrhundert kam innerhalb der Evangelischen Gemeinde Düren die Idee auf, eine zukunftsweisende Klimaschutzsiedlung für Menschen allen Alters zu bauen; eine „Cohousing-Siedlung“, in der Träume vom Wohnen und gemeinschaftlichen Leben umgesetzt werden. Es war ein langer Weg, sagte Geschäftsführer Peter Jochheim im Rückblick. Die Interessenten ließen sich nicht entmutigen, sammelten Erkenntnisse und Erfahrungen und verfolgten das Ziel hartnäckig. Mit Erfolg, denn 2006 startete die Evangelische Gemeinde Werkstätten zur Definition einer Lebensphasensiedlung. Regelmäßige Treffen, Gedankenaustausch und bis nach Stockholm führende Exkursionen brachten Erkenntnisse, die sich mosaikartig zusammenfügten.

So richtig los ging es dann ab 2011 mit der Gründung der Quartiersgesellschaft durch die Evangelische Gemeinde, die sich um städtebauliche Voraussetzungen kümmerte. Folglich wurde 2014 die Baugruppe „Wir mittendrin…“ gegründet und die Baugenehmigung 2016 erteilt, so dass im vergangen Jahr die Baumaßnahme starten konnte. Die kontinuierliche Entwicklung kommentierte der „Mittendrin-Chor“ künftiger Bewohner mit dem selbstkomponierten Gesang „Wir mittendrin, Jung und Alt, was macht uns stark ist der Zusammenhalt…“ Inzwischen nimmt der Rohbau schon Konturen an.

Ereignis für Generationen: Kinder künftiger Bewohner des Mehrfamilienhauses im Prym-Park versenkten den mit Urkunden gefüllten Grundstein für ihr zukünftiges Zuhause. Foto: Schröder

„Eine Vision wird Wirklichkeit“, lobte Bürgermeister Paul Larue und unterstrich, „dass Pioniere es nicht einfach haben“. Der Bürgermeister sprach von „einem mutigen Schritt über einen langen Zeitraum“. Eine Einschätzung, die auch Pfarrer Stefan Schmidtlein von der Evangelischen Gemeinde teilte. „Hartnäckig, aber alltagstauglich“, bewertete der Pfarrer den Einsatz der Baugruppe und prophezeite für die noch folgenden Bauabschnitte auf dem 30.000 Quadratmeter großen Gelände „eine ständige Änderungsschneiderei“. Dann kam der historische Moment für die Kinder der aus dem ganzen Bundesgebiet und auch aus dem benachbarten Ausland kommenden künftigen Bewohner: sie durften den Grundstein legen für ein Projekt, das noch Generationen beschäftigen wird.

(sps)
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