Düren: Grüne wollen das Bildungssystem umkrempeln

Düren: Grüne wollen das Bildungssystem umkrempeln

Die Dürener Grünen fordern „eine Schule für alle”, in der von der 1. Klasse bis zum Abitur gemeinsamer Unterricht stattfindet. „Wir wollen vor allem das frühe Selektieren nach der 4. Grundschulklasse beenden”, sagt Fraktionsvorsitzende Verena Schloemer.

Mit einer „Schule für alle” würde der Bildungsweg der Kinder nicht mehr so vom Status der Eltern abhängen, „wie das jetzt der Fall ist”, sagt Grünen-Stadtrat Bruno Voss. Die Stadt müsste sich mit einem politischen Mehrheitsbeschluss dafür einsetzen, dass Düren Standort für eine solche Modellschule wird.

„Das Land NRW müsste von der Idee überzeugt werden, dann könnten wir in der Schulpolitik wirklich neue Wege gehen”, sagt Verena Schloemer. Das bisherige dreigliedrige Schulsystem sei überholt, das bewiesen die schlechten PISA-Umfragen. Das so genannte Turbo-Abi (nur noch acht statt neun Jahre bis zum Reifezeugnis) erschwere die Durchlässigkeit für Haupt- und Realschüler, weil die bei einem späteren Wechsel auf ein Gymnasium in jedem Fall ein Jahr wiederholen müssten.

Weil die Grünen eigenem Bekunden nach „innovative Ziele verfolgen”, sind sie dagegen, dass das Dürener Rurtalgymnasium eine Ganztagsschule wird. „Damit zementieren wir doch das dreigliedrige Schulsystem in Düren.” Der neue Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen sowie der Schulausschuss werden sich am Dienstag, 17. November, mit diesem Thema befassen. Die Schulgremien des Rurtalgymnasium haben sich nach Darstellung der Grünen für einen Ganztagesbetrieb ausgesprochen.

Die Grünen wollen nun für ihre Idee werben und Lehrer, Schüler und Eltern befragen. Eine „Schule für alle” in Düren müsste natürlich entsprechend groß sein, um eine Vielzahl von Schülern aufnehmen zu können. Ein Standort müsste noch gefunden werden. Die „Schule für alle” wäre nach Vorstellungen der Grünen als Ganztagsschule konzipiert.

Mehr von Aachener Nachrichten