Düren: Grüne lehnen ein testweises Alkoholverbot in Dürener Innenstadt ab

Düren : Grüne lehnen ein testweises Alkoholverbot in Dürener Innenstadt ab

Die Dürener Grünen sprechen sich gegen ein testweises Alkoholverbot in der Dürener Innenstadt aus. „Das ist mit uns nicht zu machen, weil es nichts bringt“, sagt Carmen Heller-Macherey, Stadträtin der Umweltpartei.

In der Öffentlichkeit Alkohol trinkende Menschen würden allenfalls in andere Regionen der Stadt verdrängt und kämen nach einiger Zeit wieder in die City, glaubt Heller-Macherey. Die Grünen sind auch nicht dafür, die Zahl der Sicherheits- und Ordnungskräfte (SOD) zu erhöhen. Schon jetzt seien die derzeit elf Stellen nicht alle besetzt, es gebe große Fluktuation und einen hohen Krankenstand.

Die Grünen wollen vielmehr zwei zusätzliche Straßensozialarbeiter einstellen, die in der City die Menschen ansprechen, die in aller Öffentlichkeit Alkohol trinken und womöglich andere belästigen. Zudem soll zusätzlich ein Hausmeister beschäftigt werden, der in städtischen Obdächern eingesetzt wird. „Wir dürfen die Menschen nicht vertreiben, sondern müssen uns um sie kümmern“, sagt Verena Schloemer, Sprecherin der Grünen-Stadtratsfraktion. Die Umweltpolitiker streben eine Zusammenarbeit mit „Invia“ an, einem Verein, der in Düren wohnungs- und obdachslose Menschen betreut.

Die Grünen sind mit SPD, Linken und FDP Teil der Ampel-Koalition. Die Sozialdemokraten hatten sich zuletzt ein testweises Alkoholverbot vorstellen können — wenn es über Straßensozialarbeit begleitet würde. Deshalb solle ein Streetworker eingestellt werden. Die SPD strebt an, die SOD-Kräfte „effektiver“ einzusetzen. Bevor es Neueinstellungen gebe, sollten zunächst die derzeit offenen zwei Stellen besetzt werden.

„Wir werden uns innerhalb der Koalition auf einen gemeinsamen Weg verständigen“, sagt Grünen-Stadtrat Georg Schmitz. Zurzeit finden die Haushaltsberatungen statt. Das Ampel-Mehrheitsbündnis werde auch mit der CDU sprechen. Ob es zu einer gemeinsamen Haushaltsverabschiedung kommt, ist offen. Die CDU will ein Alkoholverbot in der Innenstadt testen. Zudem sollen weitere SOD-Kräfte eingestellt werden. Begleitung durch Straßensozialarbeit sei denkbar, so die CDU.

(inla)
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