Schwammenauel: Großübung der Feuerwehr: Eine Wasserwand schützt das Feriendorf

Schwammenauel : Großübung der Feuerwehr: Eine Wasserwand schützt das Feriendorf

Das Stichwort lautete am Samstagmorgen „Waldbrand: Höhe Schwammenauel — Parkplatz Büdenbach“. Das Szenario: Bei sommerlichen Temperaturen von 27 Grad Celsius und vorhergehender, langandauernder Trockenheit brennen zwei Hektar Wald in Hanglage oberhalb vom Heimbacher Staubecken lichterloh.

Wenn der Wind ungünstig steht, dreht das Feuer auf das angrenzende Ferienresort, das Jugendstilkraftwerk und auf Hasenfeld zu. Im betroffenen Waldgebiet befinden sich mehrere vermisste Personen.

40 Löschfahrzeuge und 250 Einsatzkräfte probten in Schwammenauel den Ernstfall. Mit leistungsstarken Rohren können 56 000 Liter Wasser pro Minute befördert werden. Foto: Gudrun Klinkhammer

Was zunächst die Feuerwehr Heimbach auf den Plan gerufen hatte, um erste Menschenrettungs- und Löschmaßnahmen zu ergreifen, dehnte sich aus. Weitere, überörtliche Rettungskräfte in Form vom Bereitschaftszug II Düren/Euskirchen der Bezirksabteilung Köln wurden Großübung angefordert.

Hinzu kamen zudem die Rettungshundestaffel Euregio, Vertreter der Bundeswehr und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Ortsgruppe Heimbach sowie die Versorgungseinheit der Feuerwehr Nideggen. In Stockheim am Feuerwehrtechnischen Zentrum hatten sich die auswärtigen Feuerwehrvertreter zunächst gesammelt, um dann im optimal einsetzbaren Tross an die imaginäre Unglücksstelle zu fahren.

Auszumachen waren zum Beispiel Fahrzeuge aus Inden, Langerwehe, Niederzier und Düren. Am späteren Vormittag trafen die vier Löschzüge mit 40 Feuerwehrfahrzeugen und 250 Rettungskräften in Schwammenauel ein.

Einsatzleiter der Übung war der Wehrleiter der Stadt Heimbach, Peter Kuck. Als Pressesprecher machte der Pfarrer und Feuerwehrmann Dr. Christian Blumenthal einen ausgezeichneten Job. Blumenthal: „Es ist unter anderem die logistische Herausforderung für die kleinste Stadt Nordrhein-Westfalens, die hier geprobt wird. Denn die 40 Fahrzeuge müssen betankt werden, um stets bereitschaftsfähig bleiben zu können.“

In ganz Heimbach mit seinen rund 4440 Einwohnern gibt es allerdings nur eine Tankstelle. Da stellte sich dann über den Tag hinweg heraus, wie viel Sprit wann vorgehalten werden muss. Blumenthal: „Das ist alles machbar, man muss nur um die Probleme wissen.“

Geprobt wurden von den Wehrleuten, eine „Riegelwand“ herzustellen, also eine Wasserwand, um das Übergreifen des Feuers etwa auf das Feriendorf zu verhindern. Um das Wasser aus dem Staubecken herauszupumpen, kamen F-Rohre zum Einsatz, die pro Minute bis zu 56.000 Liter Wasser befördern können. Beobachtend standen vier Reservisten der Bundeswehr dabei, um die Abläufe zu beobachten. Oberstleutnant Reinhard Fack: „Im Ernstfall beraten wir den Krisenstab und sind das Bindeglied zwischen Feuerwehr und Bundeswehr.“

Für die Versorgung der Hilfskräfte zeichnete problemlos die DLRG verantwortlich. Die Mitglieder der Rettungshundestaffel fanden, ebenfalls problemlos und sehr zügig, die vermissten Personen im Wald. Die Ausbildungswartin der Staffel, Martina Schwartz, war sehr zufrieden mit der Arbeit der Flächen- und Trümmersuchhunde und auch der Mantrailer. Als jüngste Nachwuchskraft war der einjährige Terriermischling Aegidio vor Ort. Nach dem Einsatz wirkte er, wie seine Kollegen, entspannt und gut gefordert.

Touristen evakuieren

Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer schaute sich die Großübung mit seinem allgemeinen Stellvertreter Benedikt Marx und dem Leiter des Heimbacher Ordnungsamtes, Patrick Stötzer, an. Auf die Stadtverwaltung würde Arbeit zu kommen, müsste der Ferienpark evakuiert werden. Die Annahme am Samstag: 700 Feriengäste suchen eine Bleibe.

Cremer: „Mit Hilfe etwa des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes müssten wir dann Turnhallen herrichten, die Jugendhalle in Vlatten zur Verfügung stellen oder auch eine Zeltstadt aufbauen.“ Infos würden die Feriengäste in den kleinen Häusern des Parks wohl unter anderem über Lautsprecher erhalten.

Kreisbrandmeister Karl-Heinz Eismar machte deutlich: „Würde so etwas Schwerwiegendes geschehen, wie hier in Schwammenauel simuliert wird, dann reichen die eigenen Kräfte nicht lange vor, dann müssen Zusatzkräfte beigeholt werden, notfalls auch über die Landesgrenzen hinweg.“ Entsprechende Landeskonzepte liegen vor.