Düren: Großer Bahnhof: Rat diskutiert über Container-Terminal

Düren: Großer Bahnhof: Rat diskutiert über Container-Terminal

Es kommt nicht eben häufig vor, dass die Zuschauerbänke bei einer Sitzung des Dürener Rates gefüllt sind. Dienstagabend im Kreishaus war das so, weil es laut Tagesordnung um das zwischen Arnoldsweiler und Merzenich geplante Güterterminal gehen sollte.

Die Dürener Rurtalbahn GmbH will einen solchen Containerbahnhof entwickeln. Bei Düren würde dann ein Umschlagplatz für Container, die mit dem Zug angeliefert würden, entstehen. Kritische Anwohner befürchten eine große Belastung in erster Linie durch Lärm und hohes Verkehrsaufkommen. Einen Investor für das Unternehmen gibt es noch nicht. Ebenso ist unklar, welche Dimensionen der Bahnhof hätte.

Nun hat der Stadtrat die Verwaltung beauftrag zu prüfen, ob die Gründung einer Projektgesellschaft sinnvoll sein könnte. Diese Gesellschaft soll sich mit dem Terminal befassen und gewissermaßen Licht ins Dunkel bringen. Fast einhellig sagten die Ratspolitiker, es sei nun das Wichtigste, Fakten zu sammeln. Ohne genaue Informationen, wie genau so ein Bahnhof aussehen könnte, sei es nicht seriös, Entscheidungen zu treffen. Bei der Faktensammlung könne eine derartige Projektgesellschaft behilflich sein. So soll nun eine sogenannte Machbarkeitsanalyse erstellt werden, die Chancen und Risiken abwägt. Das kostet Geld. Das Land NRW würde so eine Studie womöglich über die Innovationsregion Rheinisches Revier fördern. Um Zuschüsse könnte sich die Gesellschaft ebenso kümmern.

Auf eine Erhebung, die die Stadt bereits in Auftrag hat, wartet insbesondere die SPD seit langem. Die Sozialdemokraten warfen Bürgermeister Larue vor, er halte die Studie unter Verschluss. Larue streitet das mit dem Hinweis ab, er selbst hätte den Inhalt bisher nicht detailliert gekannt. Nun soll das Papier am Freitag in einer Fraktionsvorsitzendenkonferenz vorgestellt werden. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob die Stadt Düren in Zukunft ein Logistik-Standort werden soll. Es geht auch um die Frage, wie viele Arbeitsplätze mit einem Terminal entstehen würden — und welcher Art sie wären. In Rede stehen 1000 bis 1500 neue Jobs. Zudem geht es darum, welche Gewerbeflächen zwischen Arnoldsweiler und Merzenich zusätzlich zur Fläche, die der Bahnhof bräuchte, zur Verfügung gestellt werden müssten.

Mit dem Auftrag an die Verwaltung, die Prüfung einer Projektgesellschaft vorzunehmen, sei keine Vorentscheidung gefallen, dass der Containerbahnhof komme, hieß es im Rat. Ob das die Terminalgegner oben auf der Tribüne beruhigen konnte, ist mehr als fraglich.

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