Düren: Große Inszenierung in Farbe

Düren : Große Inszenierung in Farbe

Es passiert was auf Schloss Burgau. In der Ausstellung mit Bildern von Thomas Bortfeldt, Karl-Heinz Jeiter, Waltraud Pohlentz und Achim Franz Willems, die morgen eröffnet wird, passiert auf die unterschiedlichste Art und Weise viel. Techniken und Materialen sind zugleich sehr verschieden.

Thomas Bortfeldt etwa arbeitet mit Glas. Auf der Vorderseite hat er eine Schicht - oftmals aus Kunstharzlack- aufgetragen. Dann unterlegt er das Glas mit einem Papierbild. Heraus kommt eine Art Kollage mit einem ganz bestimmten Effekt. „Das Glas erzeugt einen Eindruck von mehr Tiefe im Bild”, so Bortfeldt.

Beinahe spiegelverkehrt

Die Exponate von Waltraud Pohlentz gewinnen bei näherer Betrachtung an Tiefenschärfe. Auf den ersten Blick stellt sie beispielsweise zwei längliche, gelbe Rechtecke aus. Dann fällt eine Linie auf, die sich zur Mitte hin mit immer mehr Windungen zunehmend verdichtet. Beinahe spiegelverkehrt dazu löst sich das Gewirr dann im zweiten Rechteck nach außen hin wieder zu einer einzigen Linie hin auf.

Auf einer Arbeitsfläche aus Holz hat sie einen Kabel angebracht und das Ganze mit Leinentüchern überspannt und gelb bemalt. Anschließend hat sie mit der Handfläche über das Bild gerieben, sodass die Stellen, unter denen das Kabel zu sehen ist, noch deutlicher sichtbar werden. Eine mögliche Interpretation des Werkes klingt fast schon banal: „Mit Kabelsalat hat doch jeder schon mal zu kämpfen gehabt”, sagt Pohlentz.

Der dominanteste Bestandteil von Karl-Heinz Jeiters Exponaten ist ein aus 32 quadratischen Tafeln zusammen gesetztes Bild, das die ganze Rückwand eines Raumes einnimmt. Im Mittelpunkt seiner Arbeiten steht die Linie. Aus einer - schier endlosen - Linie sind alle seine Bilder entstanden. Dass es sich um Zeichnungen handelt, ist nur bei genauer Betrachtung zu erkennen. Jeiter hat, in dem er die Linie immer weiter fort zeichnet, die Arbeitsfläche aus Karton so sehr verdichtet, dass kein freier Fleck mehr übrig bleibt.

Achim Franz Willems, ebenfalls gebürtiger Aachener, zeigt genau wie Jeiters Zeichnungen. Allerdings gänzlich anderer Natur. Seine Motive sind figürlicher, greifbarer und vor allem nicht so dicht gestaltet. „Portraits, Landschaften und Architekturen stehen bei mir oft im Mittelpunkt”, sagt Willems.

Mit Tusche

Häufig arbeitet er mit Tusche und Öl auf Papier. Für seine konkreten Bildinhalte gibt es einen Grund. Eigentlich ist er Schriftsteller. Und das, was er sonst mit Worten transportiert, drückt er beim Malen mit Farben aus. Als roter Faden durch seine Arbeiten zieht sich das Welttheater. Die Gesamtheit seiner Bilder, die alleine betrachtet als Fragmente funktionieren, drückt eine große Inszenierung aus.

Zu sehen ist die Ausstellung, die morgen um 11.30 Uhr auf Schloss Burgau eröffnet wird, bis zum 22. August. Sie ist die dritte Aktion dieser Art, die der Kunstförderverein des Kreises Düren auf Schloss Burgau veranstaltet.