Düren: Grippewelle: Alles hustet, fiebert, schnieft

Düren: Grippewelle: Alles hustet, fiebert, schnieft

Auch im Dürener Land sorgen zur Zeit Viren für volle Arztpraxen und Lücken in den Schulklassen. Dabei kommt zu den für diese Jahreszeit typischen „normalen“ Erkältungen noch eine Grippe hinzu. Die Symptome sind auf den ersten Blick ähnlich. Doch werden die Erkrankungen von unterschiedlichen Erregern verursacht und sind auch in ihrer Ausprägung völlig unterschiedlich.

Im Dürener Krankenhaus berichtet Sprecher Christoph Lammertz über einen höheren Krankenstand bei der Belegschaft. "In den letzten Wochen war der Krankenstand bei den Ärzten und dem Pflegepersonal doppelt so hoch wie sonst üblich." Sorgen müssen sich die Patienten deswegen aber nicht machen. Die Dürener Krankhäuser haben am Montag bereits eine Vereinbarung getroffen: Sollte es in einem Haus in einzelnen Bereichen zu Versorgungsengpässen kommen, werden sich die Kliniken gegenseitig unterstützen. Dabei, so Lammertz, habe längst nicht jeder, der hustet, gleich eine ausgewachsene Grippe. „Meist ist es nur ein grippaler Infekt.“

Ob Polizei oder Gericht, Sparkasse, Kreisverwaltung oder Stadtverwaltung: Überall lichten sich in diesen Tagen die Reihen. Bei der Dürener Stadtverwaltung übrigens „schon seit Wochen“, wie Sprecherin Margret Hanuschkin wissen ließen. Und wenn auch dem gelben Schein nicht anzusehen ist, an was genau ein Mitarbeiter erkrankt ist, so wird doch überall angenommen, dass es die Grippeviren sind, die zugeschlagen haben.

Dabei scheint bei der Dürener Polizei das Schlimmste schon überstanden zu sein. „Wir hatten im Januar deutlich mehr Krankmeldungen als im Februar“, teilte Oberkommissarin Melanie Mallmann mit. Auffallend oft sei es aber in beiden Monaten vorgekommen, dass Beamte, die als Zeugen vor Gericht aussagen mussten, ihre Termine wegen Grippe nicht einhalten konnten. Den Wachdienst organisiere man derzeit „flexibel“, auf freie Tage verzichten die Gesunden. Schon in der dritten Woche verzeichnet das Gymnasium in Kreuzau viele Ausfälle. Getroffen hat es dort nicht so sehr die Pädagogen, sondern die Schüler und Schülerinnen. Die Mütter sprechen von hohem Fieber und einem Husten, der bleibt, so wurde mitgeteilt. Auffallend: Etliche Kinder werden gesund und erleben dann einen Rückfall.

Im Stiftischen Gymnasium hat Montagmorgen ununterbrochen das Telefon geklingelt. „Alles Krankmeldungen“, sagt Schulleiter Jürgen Pfaff, der zufällig selbst am Telefon saß. In vielen anderen Schulen im Dürener Land sieht es ähnlich aus.

Bei der AOK wollte Franz-Peter Dohmen für die „DN“ Auskünfte zum allgemeinen Krankenstand einholen, hatte allerdings keine Chance. Der Grund: Alle zuständigen Sachbearbeiter sind krankgeschrieben. „Bei uns ist richtig was los“, so Dohmen. Schwer war es auch, bei der Dürener Kreisbahn eine Auskunft zu erhalten. Nicht nur Fahrer, auch in der Verwaltung gebe es viele Kranke, hieß es am Telefon. Aber: „Wir haben noch alles am Fahren“, wurde schließlich mitgeteilt.

Klar, dass jetzt in den Apotheken Hochbetrieb herrscht. Zum Beispiel in der Anna Apotheke, wo Apotheker Klaus Scholl von einer Grippewelle spricht, „wie es sie schon ein paar Jahre lang nicht mehr gab“. „Wir sind mitten in der Grippewelle“, bestätigt beim Kreis Dr. Norbert Schnitzler, zuständig für Infektionsschutz. Es sei „extem viel los in den Wartezimmern“. Nur 2009/2010 habe es mehr Erkrankte gegeben. Wer noch fit ist, könne sich aber durchaus noch impfen lassen.

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