Gey: Kirchencho beendet seine aktive Tätigkeit

Letzter Auftritt am Sonntag : Kirchenchor St. Antonius Gey löst sich auf

Der Kirchenchor St. Antonius Gey wird immer älter, es fehlt am Nachwuchs. Am Sonntag hat er seinen letzten Auftritt.

So ganz Schluss ist dann eben doch nicht. „Wir sind doch eine Familie, also treffen wir uns auch weiter einmal im Monat“, hat eine Chorsängerin spontan gesagt, als sie erfahren hat, dass der Kirchenchor der Pfarrgemeinde St. Antonius in Gey beim Patrozinium in der Pfarrkirche am Sonntag, 20. Januar, 10.30 Uhr, seinen letzten offiziellen Auftritt hat. Die Sänger um Chorleiter Franz Ruf, viele Jahre Musik- und Erdkundelehrer am Stiftischen Gymnasium in Düren, werden immer älter, es fehlt an Nachwuchs. „Das ist kein Problem, das nur unseren Chor betrifft“, sagt Franz Ruf (84). „Das ist ein Problem, mit dem viele Vereine und Gruppen zu kämpfen haben. Wir müssen uns einfach dieser Realität stellen.“

Der Geyer Kirchenchor wurde 1863 – wie damals üblich – als reiner Männercho gegründet. „Irgendwann“, sagt Ruf, „gab es eine Zeit, in der unsere Pfarre keinen Chor hatte. Als Georg Neuenhofer Pastor in Gey wurde, hat er mich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, den Kirchenchor wieder zu beleben.“ Das war 1980, und Ruf konnte sich das sehr gut vorstellen. „Ich habe mich immer sehr für Kirchenmusik interessiert und auch an der Schule sehr viel Chorarbeit gemacht.“

Das erste Treffen des neuen, wieder gegründeten Kirchenchores war am 16. September 1980. Gleich 32 Gemeindemitglieder waren gekommen, weil sie Freude am gemeinsamen Singen hatten. Bereits acht Tage später fand die erste Chorprobe statt. Am 1. Adventsonntag des gleichen Jahres hat der Chor zum ersten Mal in der Kirche gesungen. Franz Ruf ist seit jeher Liebhaber alter Kirchenmusik. So ist es nicht verwunderlich, dass der Chor sich gleich bei seiner ersten Probe mit Heinrich Schütz und dessen „Becker-Psalter“ auseinandergesetzt hat. Ruf: „Wir haben in den fast 40 Jahren, in denen wir zusammen gearbeitet haben, ausschließlich Kirchenmusik vom Barock bis zur Romantik gesungen. Modernen Kirchenpop hat es mit mir nicht gegeben. Darauf musste der Chor sich aber natürlich einlassen.“

Ruf war sich von Anfang an sehr bewusst, dass es Zeit braucht, bis Menschen einen Zugang zu dieser Art von Musik gefunden haben. „Das hat aber sehr gut funktioniert. Genau wie Chor und Chorleiter sich immer besser aneinander gewöhnt haben, so dass ein wirklich sehr harmonisches Verhältnis entstanden ist“, betont Ruf. Übrigens steht auch am Sonntag zum Abschied wieder Heinrich Schütz auf dem Programm.

Neben den regelmäßigen Auftritten im Rahmen von Gottesdiensten zu besonderen kirchlichen Feiertagen und Gemeindefesten, waren es vor allem die ökumenischen Adventsvespern, mit denen der Chor sich einen Namen gemacht hat. Franz Ruf; „Wir haben adventliche Musik gesungen. Es waren ein kleines Orchester und Solisten dabei. Georg Neuenhofer und seine evangelischen Kollegen Cornelia Kenke und Stephan Schmidtlein haben passsende Texte vorgetragen.“ 

Liturgie wird ärmer 

Georg Neuenhofer ist sicher, dass die Liturgie in Gey ohne Kirchenchor ein Stück ärmer wird. „Priester und Gemeinde werden ihren Chor vermissen“, sagt er. Und auch Franz Ruf und seine Frau Mechthild, die ihn bei der Chorarbeit  immer unterstützt hat, werden „ihren Chor“ vermissen. Umso besser, dass die Chordame vom Anfang das monatliche „Familientreffen“ angeregt hat.

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