Düren: Geplatzte Beigeordneten-Wahl: Schmidt schließt Rücktritt nicht aus

Düren: Geplatzte Beigeordneten-Wahl: Schmidt schließt Rücktritt nicht aus

Am Tag nach der für die Ampel-Koalition gescheiterten Wahl eines Technischen Beigeordneten ist die Stimmung bei der Dürener SPD gedrückt.

Wie berichtet hatte die CDU vor der eigentlich angesetzen Wahl des Beigeordneten den Antrag gestellt, die Stelle neu auszuschreiben — und in geheimer Abstimmung eine Mehrheit bekommen. Das ahnte sie vorher.

Noch während der Abstimmung verkündete CDU-Chef Thomas Flossdorf seinen Tipp: 26 Stimmen für den CDU-Antrag — und lag damit richtig. Ein Abweichler war in der SPD bekannt, zwei weitere in den Reihen der Koalition nicht. „Wie gehen wir in der Fraktion damit um? Wie gehe ich damit um“, fragt sich seitdem SPD-Fraktionsvorsitzender Henner Schmidt und beantwortet eine Frage zumindest in Teilen: „Ich schließe einen Rücktritt derzeit nicht aus.“

Hubert Cremer von der FDP ist da einen Schritt weiter: „Es war eine demokratische Entscheidung. Das muss man akzeptieren.“ Auch Verena Schloemer sieht das Problem erst mal in den Reihen der SPD, um dann Zarah Leander zu zitieren: „Davon geht die Welt nicht unter.“ Dennoch: „Wir müssen klären, wie es weitergehen soll. Das ist nicht die erste maßgebliche Pleite“, sagt Valentin Veithen für Die Linke.

Schwere Vorwürfe erheben Schmidt und Veithen gegen ein Mitglied des Verwaltungsvorstandes. Schmidt: „Da gab es eine Schmutzkampagne gegen den Kandidaten, an der sich auch ein Mitglied des Verwaltungsvorstandes beteiligt hat. Das hat eine neue Dimension.“

Bei allem Krisenmanagement, das jetzt in der Koalition gefragt ist, zeichnet sich hingegen ab, dass die Koalition wohl dem Vorschlag der CDU folgen wird, eine Personalagentur mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten zu beauftragen. Veithen: „Der Bürgermeister sollte kurzfristig zu einem interfraktionellen Gespräch einladen.“

Gut gelaunt präsentierte sich am Freitag naturgemäß nur CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Weschke: „Uns ist es wichtig, eine möglichst qualifizierte Person für diesen Posten zu finden, unabhängig vom Parteibuch. Wenn sich jetzt keiner in die Schmollecke zurückzieht, kann das auch gelingen.“ Das Schmollen käme sowieso erst nach der Aufarbeitung. Die könnte für die Koalition schon bitter genug sein.

(bugi)