Düren: Genug Wasserreserven sind vorhanden

Düren: Genug Wasserreserven sind vorhanden

Der zivilisierte Mensch in Deutschland ist das so gewohnt: Das Wasser kommt aus dem Hahn! So, wie der Strom aus der Steckdose kommt. Was aber muss passieren, damit das Wasser tatsächlich fließt, wenn wir die Leitungen öffnen?

In Düren und weiten teilen von Merzenich sind die Stadtwerke zuständig, sie decken einen jährlichen Trinkwasserbedarf von 5,4 Millionen Kubikmetern. Das sind sage und schreibe 5,4 Milliarden Liter Wasser!

Zwei Brunnen zur Wassergewinnung in Rölsdorf. Foto: Ingo Latotzki

Seit dem 26. März 2013 kommt ein Großteil dieses Wassers aus der Wehebachtalsperre (3,3 Mio. Kubikmeter). Das entspricht 60 Prozent des gesamten Bedarfs. Bis 2013 bezogen die Stadtwerke ihr Wasser hauptsächlich aus der Rur. Da es aber auch auf Dauer zu aufwendig und kostspielig gewesen wäre, das Rurwasser so aufzubereiten, dass es den strengen deutschen hygienischen Vorschriften gerecht wird, schwenkten die SWD auf die gut 30 Jahre alte Wehebachtalsperre um. Von dort wird das Wasser bis ins Wasserwerk Obermaubach gepumpt, von dort erfolgt die Weiterleitung nach Düren. Derzeit führt die Talsperre aufgrund des milden Winters ohne Schnee und geringer Regenfälle in den vergangenen Monaten wenig Wasser. Gegenüber dem sonstigen Pegel ist der Stand um rund 20 Meter gefallen.

Doch es gebe genügend Reserven, sagte Cord Meyer, Geschäftsführer der SWD-Tochter „Leitungspartner“, die für das Wassergeschäft zuständig ist. Freilich wäre es gut, wenn es nicht erneut einen derart milden Winter geben würde. Doch selbst dann bräuchten sich die Dürener keine Sorgen um die Trinkwasserversorgung zu machen. „Wir könnten sofort wieder Wasser aus der Rur entnehmen“, sagt Meyer. Zudem gewinnen die SWD Wasser aus den Gewinnungsanlagen an der Dr. Overhues-Allee in Düren. Dort stehen drei sogenannte Horizontalbrunnen, die Grundwasser fördern — immerhin bis zu 1,5 Millionen Kubikmeter im Jahr.

In zirka sechs Meter Tiefe befindet sich ein Rohsystem im Boden, über das Grundwasser aufgenommen wird. Weitergeleitet wird es zu einem Wasserbehälter am Annakirmesplatz; dort wird es aufbereitet und über Leitungen in die Haushalte geführt. „Das Wasser muss im Grunde nur noch desinfiziert werden“, sagt Oliver Tekatz, Leiter der SWD-Wasserwerke. Durch die günstige Beschaffenheit des Bodens ohne nennenswerte Schadstoffbelastung sei das Wasser von vornherein in einem guten Zustand.

Zudem beziehen die SWD Wasser über das Wasserwerk Concordia Kreuzau (0,3 Mio. Kubikmeter) und das Wasserwerk Ellen .