Geld versprochen und abkassiert: Dürener (28) muss 30 Monate in Haft

Prozess : Zweieinhalb Jahre Haft für Kreditbetrüger

Eine üble Masche, an Geld anderer Leute zu kommen, machte ein 28-jähriger Mann aus Düren zu seinem „Geschäftsmodell“: Er versprach Darlehen, kassierte aber nur selbst ab. Dafür musste er sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten. Das verurteilte ihn wegen Betrugs in 22 Fällen zu zweieinhalb Jahren Haft.

Der junge Mann ist nach eigenem Bekunden in hohem Maße spielsüchtig und war zunächst selbst auf eine unseriöse Kreditzusage hereingefallen. Daraus entwickelte er dann sein „Geschäftsmodell“: Mithilfe des Internets knüpfte er zwischen Mitte Mai 2016 und Ende August 2017 Kontakt zu Personen, die dort auf der Suche nach einem Darlehen waren.

Bevor Geld ausgezahlt werden sollte, gab es Bedingungen, die von den Antragstellern zu erfüllen waren. So verlangte der 28-Jährige für seine Dienste als Kreditvermittler Geld, das er als „Sicherheitsleistungen, Gebühren oder Kaution“ bezeichnete. Von zunächst 27 Fällen lehnte nur ein „Kunde“ ab, 26 überwiesen das geforderte Geld. Die jeweiligen Zahlungen betrugen, je nach Höhe des beantragten Kredits, zwischen 70 und 1580 Euro. Nachdem das Geld eingegangen war, brach der vermeintliche Vermittler den Kontakt zu den „Kunden“ ab.

Weil der 28-Jährige rund 40 000 Euro von seiner Mutter geerbt hatte, konnte er in einigen der Fälle den geprellten Kunden Rückzahlungen leisten. Es blieben jedoch in der akribisch von der Staatsanwaltschaft aufgelisteten Anklage 22 Fälle mit einem Gesamtschaden von 12.116,12 Euro übrig. Interessant war in dem Zusammenhang, dass der vermeintliche Vermittler neben seinem richtigen Namen auch mehrere Alias-Namen benutzte. Außerdem floss Geld auf sieben unterschiedliche Konten des Angeklagten oder eines der drei Konten seiner damaligen Freundin. Wie er selbst einräumte, hob er das Geld ab, um dann den Rest des Tages in diversen Spielhallen zu verbringen. Das „Geschäftsmodell“ endete mit seiner Festnahme und dem Gang in die Untersuchungshaft. Da ebenfalls wegen anderer Betrügereien eine Haftstrafe offen war, griff wenig später die Verbüßung dieser Strafe.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Verena Neft verurteilte den 28-Jährigen unter Einbeziehung eines früheren Urteils jetzt wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 22 Fällen zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Zudem werden zur Wiedergutmachung 12.116,12 Euro sowie ein Smartphone und ein Tower-PC sichergestellt. Vor Beginn des Prozesses hatte es ein Rechtsgespräch zwischen den Beteiligten gegeben. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass der Angeklagte voll geständig war. Er hat sich bereits um eine Therapie bemüht, um seine Spielsucht zu bekämpfen.

(hp)
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