Gedenken und Mahnung zum 9. November in Düren

Gedenken zum 9. November : Einhaltung der Menschenrechte immer wieder einfordern

Der 9. November ist ein Tag der Erinnerung in ganz Deutschland und auch in Düren. Im Gedenken an die Reichspogromnacht, die sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt, fanden am Abend an den zehn Stelen des Künstlers Ulrich Rückriem in Düren und Umgebung gleichzeitig Mahnstunden statt.

In diesem Jahr nutze außerdem das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt den Tag um bei einer ergänzenden Veranstaltung am „Engel der Kulturen“ vor dem Haus der Stadt allen Menschen zu gedenken, die weltweit durch religiösem Fanatismus oder Rassismus Gewalt und Vertreibung erfahren.

Rund 25 Mitglieder der Organisation stellten deshalb Kerzen an der Skulptur auf und erinnerten neben den Juden im dritten Reich unter anderem auch an die Rohingya in Myanmar, an Opfer des IS, die Katholiken und Protestanten in Nordirland und an die erschossenen Juden in Pittsburgh. „Gedankenfreiheit, Gewissenfreiheit und Religionsfreiheit sind unveräußerliche Menschenrechte, allerdings sind sie in vielen Staaten keine Selbstverständlichkeit“, sagt Gunter Derichs. „Auch wir in Deutschland müssen die Einhaltung der Menschenrechte immer wieder einfordern, denn Demokratie ist kein Selbstläufer.“

Nach einer Schweigeminute machte sich die Gruppe auf den Weg zu den verschiedenen Rückriem-Stelen. Auf die Anregung der „Pax Christi”-Regionalgruppe finden dort seit 1992 jedes Jahr gemeinsame Andachten unter dem Motto "Erinnern - Wachbleiben" statt. Am Standort der ehemaligen Synagoge in der Schützenstraße, die in der Reichspogromnacht zerstört wurde, hatte die katholische kirchliche Jugend zusammen mit der Pfarre St. Lukas und dem Bund der St. Sebastianus Schützenjugend (BdSJ) die Mahnwache organisiert. Musikalisch wurden sie von der Band „Um Himmels Willen“ begleitet.

An den zehn Rückriem-Stelen, wie hier in der Schützenstraße, gedachten die Menschen in Düren den Opfern der NS-Zeit. Foto: Kim Statzner

Pfarrer Hans-Otto von Danwitz führte durch die Mahnstunde, bei der unter anderem Kerzen an der Stele aufgestellt wurden. Vertreter aus Jugend, Kirche und Politik hielten außerdem kurze Ansprachen. „Diese Erinnerungskultur, die wir hier seit vielen Jahren pflegen, ist unglaublich wichtig“, sagt der stellvertretenden Bürgermeister Thomas Floßdorf. „Man muss der Ereignisse gedenken, damit so etwas nie wieder passieren kann.“

Für die Jungschützen war ihre Beteiligung Teil ihres Projektes „Schützen gegen Rechts“. „Wir wollen zeigen, dass unser Leitsatz Glaube, Sitte, Heimat heute aktueller ist denn je zuvor“, sagt Alexander Tezlaff von der Diöze Aachen. „Gemeinsam setzen wir ein Zeichen gegen Rechts und für ein buntes Land.“ Die Jugendlichen lasen Statements gegen Ausgrenzung und Rechtsextremismus vor und warben für Toleranz.

(kim)
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