Düren: Gastronomie auf Schloss Burgau: Anbau scheitert am Denkmalschutz

Düren: Gastronomie auf Schloss Burgau: Anbau scheitert am Denkmalschutz

Willi Müller und Helmut Harperscheidt vom Förderverein Schloss Burgau hatten sich das ursprünglich leichter vorgestellt. Vor etwa anderthalb Jahren präsentierten sie einen Plan, wie denn endlich eine funktionierende Gastronomie realisiert werden könne. Ihre Idee: Da, wo unterhalb des Erkerzimmers früher das Kelterhaus vor der Burg stand, sollte ein Anbau entstehen, in dem ein gastronomischer Betrieb untergebracht werden könnte.

Gedacht hatte der Verein an ein Restaurant mit gutbürgerlicher Küche und Außengastronomie. Und ein bisschen auch an ein Rundum-Sorglos-Paket aus Räumen für Kongresse, Familienfeiern und, und, und.

Den Anbau-Plan musste der Verein inzwischen ad acta legen. Helmut Harperscheidt: „Die Denkmalbehörde will keinen weiteren Anbau mittragen.“ Zumindest nicht im vorderen Bereich, wie Vorsitzender Willi Müller ergänzt. „Der Blick auf die Burg darf nicht verstellt werden, obwohl er das mit dem Kelterhaus ursprünglich ja sogar war. Ob ein Anbau seitlich oder hinter der Burg genehmigt würde, das ist mit der Behörde noch nicht besprochen.“

Ohne Anbau wird es schwierig, eine Gastronomie auf Schloss Burgau zu realisieren. „Vom Nordflügel aus kann ich keine Außengastronomie machen, weil die Wege dann einfach zu lang sind“, meint Harperscheidt. Die Räume der Vorburg sind schlicht zu klein, die Flächen im Erdgeschoss sind derzeit belegt. Und: „Innen muss erst mal die Infrastruktur geschaffen werden, von der Küche bis zu ausreichenden Toilettenanlagen“, ein teures Unterfangen, wie Harperscheidt glaubt.

So ganz ist der Anbau aber noch nicht vom Tisch. Gemeinsam mit Bürgermeister Paul Larue und Baudezernent Paul Zündorf waren Mitglieder des Fördervereins am Mittwoch in Witten, um sich in einem dortigen Schloss die Gastronomie anzuschauen. Müller: „Dort hat man im hinteren Teil der Burg einen Küchenanbau realisiert. Und das ist vom Denkmalschutz auch genehmigt worden. Das wäre auch für uns ein denkbares Modell, wenn es uns nicht gelingt, das Projekt im vorhandenen Bestand zu realisieren.“

Müller will jetzt erst mal einen Gastronomen hinzuziehen, um den Raum- und vielleicht auch Investitionsbedarf zu klären. „Von der täglichen Gastronomie kann man auf Schloss Burgau nicht leben“, sagt er. Bedeutet: Es muss ein Gesamtkonzept her, das Schloss Burgau für einen Investor attraktiv macht. Wann es soweit sein wird? „Ich hoffe, dass wir Schritt für Schritt weiter kommen“, sagt Müller.