Düren: Gaspreis und Gewinn sind auf Talfahrt

Düren: Gaspreis und Gewinn sind auf Talfahrt

Die Dürener Stadtwerke drehen ordentlich an der Preisschraube, und diesmal bewegt sich der Preis nach unten: Um 17 Prozent wird der Gaspreis zum 1. April gesenkt.

„Angesichts der Rekordpreise beim Rohöl im letzten Jahr war das dringend nötig”, so Stadtwerke-Geschäftsführer Heinrich Klocke. Bei 6,33 Cent je Kilowattstunde liegt der Erdgaspreis dann. Der durchschnittliche Vier-Personen-Haushalt kann im Jahr rund 260 Euro sparen. Und wenn der Rohölpreis auf seinem derzeit niedrigen Niveau noch einige Zeit stabil bleibt, wird der Erdgaspreis zum 1. Juli noch einmal sinken.

Die Senkung der Erdgaspreise kommt natürlich auch den Dürener Unternehmen zu Gute. Vertriebsleiter Ingo Vosen: „Angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage dürfte die Entlastung genau zum richtigen Zeitpunkt kommen.”

Eher durchwachsen präsentiert sich das Geschäftsergebnis der Stadtwerke für das Jahr 2008. Zwar konnte der Umsatz von 155,4 auf 162,3 Millionen Euro gesteigert werden, mehr verdient hat man allerdings nicht. Lag der Gewinn in 2007 noch bei 7,1 Millionen Euro, dürfte er 2008 bei rund sechs Millionen Euro liegen.

Dass Klocke mit der Zahl zögert, liegt an einem besonderen Umstand: Die Stadtwerke sahen sich gezwungen, eine Rücklage in Höhe von 13,5 Millionen Euro zu bilden, um mögliche zukünftige Einnahmeausfälle auszugleichen. Die Bundesnetzagentur hatte Mitte 2007 die von den Stadtwerken verlangten Netzentgelte für Strom und Gas als zu hoch eingestuft und deutlich gesenkt.

Für diese Prüfung hatte die Behörde allerdings 20 Monate benötigt. Ob nun eine Rückzahlung der zu viel verlangten Gebühren fällig wird - dazu hatte der Bundesgerichtshof im August 2008 den Energieversorger Vattenfall verdonnert - ist noch unklar.

Und so sorgt die Rückstellung im Geschäftsergebnis 2008 für ein rechnerisches Minus von 6,6 Millionen Euro.

Das dürfte insbesondere die Stadt Düren schmerzen, die in diesem Jahr vom Stadtwerke-Gewinnkuchen nicht profitieren kann. Und im schlimmsten Fall auch im Jahr 2010 nicht, wenn die 13,5 Millionen tatsächlich abgeschrieben werden müssen, denn dann würde mit einem neuerlichen Gewinn von sechs Millionen Euro gerade mal das jetzige Defizit ausgeglichen.