Düren: Galerist Hubertus Schoellerwird wird am Pfingstmontag 70 Jahre alt

Düren: Galerist Hubertus Schoellerwird wird am Pfingstmontag 70 Jahre alt

Ein Name verpflichtet. „Das Museum trägt den Namen Hoesch, es gab eine Peill-Stiftung, nur der Name Schoeller war hier noch nicht vertreten. Das war sicher auch einer meiner Beweggründe für meine Stiftung an das Leopold-Hoesch-Museum.”

An Pfingstmontag wird Hubertus Schoeller 70 Jahre alt. Ihm zu Ehren gibt das Museum einen großen Empfang, zu dem unter anderem auch Lichtkünstler Otto Piene erwartet wird.

Einer der Wegbegründer von Hubertus Schoeller ist in Breslau geboren und hat am Stiftischen Gymnasium in Düren sein Abitur gemacht. Sein Vater hatte in Birkesdorf die große Firma „Schoeller, Hoesch & Co.”, ein Unternehmen, in dem unter anderem Drahtgewebe hergestellt wurden.

„Mein Vater war sehr traditionsbewusst”, sagt Hubertus Schoeller. „Und er hat sich natürlich sehr gewünscht, dass ich einmal in die Firma komme.” Diesen Wunsch konnte Schoeller ihm nicht erfüllen, genauso wenig wie den nach Enkelkindern. Hubertus Schoeller ist unverheiratet und kinderlos geblieben.

Nach dem Abitur hat Hubertus Schoeller Kunstgeschichte und Betriebswirtschaft studiert. Beides, so sagt er heute, habe ihm damals keine wirkliche Klärung über seine berufliche Laufbahn gebracht. „Also bin ich für zwei Jahre zu meinem Vater in die Firma. Aber ich bin einfach kein Zahlen- und Bilanzmensch.”

Weil ihm auch klar war, dass er zwar in der Kunst, aber mangels großer Begabung nicht als Künstler arbeiten wollte, hat Hubertus Schoeller 1974 eine Galerie in Düsseldorf übernommen und sich der Kunst der Düsseldorfer Künstlergruppe „Zero” verschrieben. „Das ist einfach die Kunst, die mich ausfüllt und die mich auch erfüllt”, sagt Hubertus Schoeller.

In seiner Tätigkeit als Galerist, so der Kunst-Kenner, sei es ihm immer um die Kunst und deren Inhalte gegangen. „Es war für mich nicht entscheidend, junge Künstler zu entdecken. Ich wollte Zero nach vorne bringen.” Das ist Hubertus Schoeller ganz ohne Zweifel gelungen. „Ich würde schon gerne in 100 Jahren nochmal zurück auf die Erde kommen und gucken, ob Zero vielleicht einen Platz in der Kunstgeschichte gefunden hat.”

Düren und dem Leopold-Hoesch-Museum ist Hubertus Schoeller immer wieder treu geblieben. „Und freundschaftlich verbunden”, so Schoeller. „Es ist aber auch wirklich ein besonderes Museum.” Und auch das ist sicherlich ein Grund für die Stiftung ans Museum. „In Düren gibt es viele soziale Stiftungen, aber bisher keine kulturelle. Das wollte ich ändern.”

Hubertus Schoeller stammt aus einer großen Familie, zu den Familientagen, die alle drei Jahre stattfinden, werden rund 600 Schoellers aus der ganzen Welt eingeladen. „Vor dem Zweiten Weltkrieg”, sagt Hubertus Schoeller, „war Düren die Stadt mit den meisten Millionären. Und das war irgendwie alles auch unsere Familie.”

Da fällt Hubertus Schoeller eine nette Anekdote ein, die sein Vater oft erzählte: „Das Haus meiner Großeltern war in der Kuhgasse. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es abends eine Ausgangssperre. Aber von der Kuhgasse konnte auch danach man durch die Hintergärten unbemerkt bis in die Schoellerstraße kommen. Da haben überall Verwandte von uns gewohnt.”

Natürlich kenne man manche Familienmitglieder besser als andere. Und mit manchen verbinde einen mehr als mit anderen. „Trotzdem ist eine so große Familie ein beruhigendes Gefühl, weil man weiß, dass man aufgehoben ist.” Einmal habe er eine französische Schoeller beim Familientag getroffen. „Deren Mann hatte seiner Firma verkauft und in Paris einen Zirkus gegründet, in dem er selbst als Clown auftrat. Mein Bruder Manfred hat sogar bei einem Familientag seine Frau kennen gelernt. Für mich ist es schön, eine so große Familie zu haben.”

Außer der Kunst hat Hubertus Schoeller noch zwei weitere große Passionen: Das Ballett und die Jagd. „Die Jagd hat für mich etwas sehr Meditatives. Mein Vater war auch begeisterter Jäger. Ich glaube, das habe ich wirklich von ihm geerbt.”

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