Fußtheater "Der gestiefelte Kater" begeistert im "Komm"-Zentrum

„Der gestiefelte Kater“ : Theaterstück mit Händen und Füßen präsentiert

Schauspieler im Theater präsentieren ihre Rolle für gewöhnlich mit vollem Körpereinsatz. Ein Theaterstück das wortwörtlich mit Händen und Füßen dargestellt wird, ist aber doch eher selten.

Bei Anne Klinges Inszenierungen übernehmen tatsächlich ihre Füße die Hauptrollen. Am Dienstag zeigte sie dieses Fußtheater mit ihrer Fassung des Märchens „Der gestiefelten Kater“ im „Komm“-Kulturzentrum in Düren.

Füße in den Hauptrollen – das klingt erst einmal befremdlich. So musste auch das junge Publikum erst einmal Lachen, als die Puppenspielerin und Regisseurin aus Nürnberg sich zu Beginn des Stückes auf den Rücken legte und ihren rechten Fuß in die Höhe streckte. Ihr Bein kleidete ein Hemd, der Fuß trug eine Nase und die Zehen schmückte eine Perücke.

Schon erwachte die Rolle des armen Müllerburschen Willibald, dem nichts als sein Kater Kasimir geblieben ist, zum Leben. Die Rolle des gestiefelten Katers übernahm allerdings kein Fuß, sondern eine Puppe. Dies war auch notwendig, das linke Bein musste schließlich wahlweise den König und seine heiratswillige Tochter spielen.

So ein Kostümwechsel am Fuß war dann schon ein wenig kompliziert. Mit cleveren Tricks überspielte Anne Klinge die Limitationen des Fußtheaters – auch sie hat nun mal nur zwei Füße – aber mühelos. So hatte die Prinzessin einmal ihre „Schlafhaare“ vergessen und der König muss komödiantisch erst nach seiner Krone suchen, die die unordentliche Tochter mal wieder verlegt hatte.

Als sich die Geschichte des gewieften Katers entwickelte, nahmen Anne Klinges Charaktere mit treffenden Stimmen und Liebe zum Detail schnell Gestalt an, und es geriet fast ein wenig in Vergessenheit, dass Füße die Hauptrollen spielten. Für die kleinen Zuschauer gab es zahlreiche Gelegenheiten mit dem Stück zu interagieren. So halfen sie zum Beispiel dem Kater beim Lügen oder erinnerten Willibald an seinen Plan, als er beim Anblick der Prinzessin ganz durcheinander war.

Alle Details von den Bewegungen, bis hin zu den „Beinkleidern“ machten aus Füßen liebevoll gespielte Charaktere. Die Aufführung erinnerte an Puppentheater, aber eben mit einem ganz eigenen Charme und einem besonderen Ausdruck der Figuren. Anne Klinge spielte das Ganze in einer sicherlich nicht allzu bequemen Position mühelos und überzeugte die kleinen Gäste mit ihrem Fußtheater.

Am Ende gab es dann auch noch ein paar Tipps, wie man „Fuß-Nasen“ zu Hause basteln kann. In ihrem Programm hat Anne Klinge übrigens diverse Märchen, aber auch viele Stücke für Erwachsene und ist damit auch im Fernsehen zu sehen.

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