Früherer Redakteur des Nachrichtenmagazins Spiegel liest im Kreishaus

120 Personen kommt zu Dieter Bednarz : „Mit Mitte 60 ist nicht Schluss, da geht noch was!“

„Auch übrigens, guck‘ dir doch mal unsere Vorruhestandsmodelle an, die sind sehr attraktiv.“ Für Dieter Bednarz, langjähriger politischer Redakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, war die Bemerkung seines Chefs ein Wink mit dem Zaunpfahl. Bis heute ein gefragter Mann, gefühlt sogar unersetzlich, und morgen auf dem Altenteil?

Doch was bedeutet „Alter“ überhaupt? Der 62-jährige Journalist hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Er hat getan, was er am besten kann: Recherchiert, viele Menschen interviewt und schließlich ein weiteres Buch geschrieben. Jetzt war er im Kreishaus Düren zu Gast, um auf Einladung des Kreises Düren und der Interessengemeinschaft Seniorenarbeit im Raum Düren/Jülich (ISaR) vor gut 120 Zuhörern aus „Zu jung für alt“ zu lesen.

Nein, eigentlich hat er viel mehr erzählt. Wie seine Frau und seine Kinder ihn mit verbilligter Seniorenkarte und Seniorenteller gehänselt haben zum Beispiel. Und welche Gespräche er mit renommierten Wissenschaftlern, Menschenkennern, zufriedenen und weniger zufriedenen Ruheständlern und zu guter Letzt mit Philipp Lahm, dem Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, über das Altern geführt hat.

Dieter Bednarz, dessen Bücher („Überleben an der Wickelfront“) Vorlagen erfolgreicher Verfilmungen sind, erwies sich im Kreishaus auch als ausgezeichneter Unterhalter. So spielte er ein Zwiegespräch mit einem erfolgreichen Manager nach, der beruflich umgesattelt hat und damit nach landläufiger Meinung „abgestiegen“ ist, aber schlussendlich zufriedener war.

Am Ende gab ihm der clevere Bayern-Profi Lahm, „der Krach mit seinem Chef hatte und deshalb vorzeitig ausgestiegen ist“, den entscheidenden Schubs in Richtung neues Leben: „Irgendwann ist genug trainiert, da muss man einfach raus auf den Platz!“ Dieter Bednarz hat seine Wahl getroffen und nicht bereut. „Mit Mitte 60 ist nicht Schluss, da geht noch was! Die Rente ist der Beginn einer großen Reise, der Aufbruch in die besten Jahre“, ermunterte er seine Zuhörer, sich Ziele zu setzen, aktiv zu sein, am besten mit anderen gemeinsam.

Am Ende der zwei anregenden Stunden im Kreishaus an der Bismarkstraße signierte er auf Wunsch sein neues Buch.